Schlagwort: Autismus-Spektrum

faszinierend

Es ist schon faszinierend wie eindimensional manche Menschen sind. Kaum ist man psychisch krank, hat Angst, da wird einem abgesprochen, dass man intellektuell gefordert sein möchte. Dass man Interessen hat, die außerhalb der Psyche liegen. Es ist sicherlich richtig, dass dann gerade das eigene Wohlbefinden im Vordergrund steht. Aber bei wem nicht?

Hat man deshalb gleich seinen Verstand im Schrank der Krankheit vergessen, hat man die anderen Interessen hinten anzustellen? Warum wird man eigentlich immer in eine Schublade gesteckt? Okay, Menschen möchten gerne dazugehören, aber müssen es unbedingt zugeschlossene Schubladen sein?

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Ich baue Schubladen
für all diejenigen,
die bisher in keine passen.

Wenn ich denn schreinern könnte!
Ich täte es gerne.
Viel lieber, als Schubladen bauen,
würde ich Mauern in den Köpfen einreißen.

Würde für jeden ein Dach bauen
um nicht nass zu werden –
um beschützt zu sein
– vor Schubladendenken.

©petra ulbrich

 

Entschuldigung

Eine Entschuldigung fällt deshalb so schwer,
weil sie eine erkannte Schwäche offenbart,

die dann gern vom Machtgefühl des anderen
getreten und lächerlich gemacht
ausgenutzt wird.

© Nico Szaba 

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Manchmal fällt es mir sehr schwer, manchmal leicht. Immer schwebt ein bisschen das Damoklesschwert über mir. Wie lange kann das alles noch gut gehen? Ich wurschtel mich doch grad nur mehr schlecht als recht durch mein Leben! Um Entschuldigung bitten, tue ich mich gerade täglich. Auch und gerade deswegen, weil ich extrem gestresst bin. Mein/unser Leben ist aus den Fugen geraten. Ich fahre mit dem Hochgeschwindigkeitszug auf der Achterbahn, unangeschnallt und ab und zu werden in voller Fahrt die Türen geöffnet.

18:15 Uhr – Ob ich wohl jetzt im Tunnel bin?

sie schaut mich ja nicht einmal an

Für Patienten, die an einer Störung aus dem Autismus-Spektrum erkrankt sind, kann direkter Augenkontakt unangenehm sein. Einige Betroffene beschreiben es sogar als „brennendes Gefühl“. Von Mitmenschen und Teilen der Forschung wurde der fehlende Augenkontakt als Desinteresse gegenüber der Umwelt gewertet. Neuere Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass subkortikale Strukturen wie die Amygdala, der Thala­mus, das Pulvinar und die superioren Colliculi bei Patienten eine fehlerhafte Informa­tionsverarbeitung verursachen. Das subkortikale System ist bereits bei Neugeborenen aktiv und fördert eine natürliche Hinwendung zu Gesichtern. Es scheint auch an der emotionalen Verarbeitung von Blicken beteiligt zu sein.

Hilfe, diese obige Erklärung macht mich wütend. Zum einen ist man nicht am Autismus-Spektrum erkrankt und per se kein Patient deswegen. Zum anderen ist es dermaßen verquer geschrieben. Die Quelle werde ich nicht angeben!

Ich gucke bei Gesprächen meinen Gesprächspartnern sehr ungern in die Augen, weiß sehr oft nicht (eigentlich nie) welche Augenfarbe mein Gegenüber hat. Menschen beim sprechen anzugucken verwirrt mich, bringt mich aus dem Konzept. Das hat nichts mit mangelnden Interesse zu tun. Es ist purer Selbstschutz, ich kann mich einfach sonst nicht auf das Gespräch konzentrieren.

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