Seit Mittag schwebe ich wieder 10 cm über dem Erdboden – wenigstens nicht übern Abgrund – aber schön ist es dennoch nicht jederzeit runterkrachen zu können.
Es gibt keinen realen Grund, warum ich mich so unsicher fühle. Wir sind alle gesund und die Junioren haben grundsätzlich eine fröhliche Stimmung und sind zufrieden – ja, (fast) glücklich. Ich stecke in Zwischenwelten fest, weiß nicht, wo ich hingehöre, und ertappe mich wieder, dass ich mich verbiege. Nicht für Menschen, die mir was bedeuten, da brauche ich es nicht. Für Menschen, die ich schon lange kenne und die Ansprüche an
mich haben, die ich nicht mehr erfüllen will. Menschen, die uns als Familie lange sehr unterstützt haben und denen ich jetzt Tribut zollen soll. Nicht ganz freiwillig mache ich das, eher aus Pflichtbewusstsein, und das widerstrebt mir.
„Manchmal“, so sagte meine Oma, „musst du über deinen Schatten springen und gute Miene zu bösem Spiel machen!“
Manchmal will ich das aber gar nicht, aber ich mag der alten Dame auch nicht bewusst wehtun. Sie ist einfach nicht einfach zu nehmen. Mich belastet das sehr! Nebenbei gibt’s ja auch noch andere Baustellen.