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der Bücherbewachbär

der Bücherbewachbär

Er ist ein wenig schüchtern, ( lässt sich nicht gerne fotografieren, das ist ein Schnappschuss aus der Hüfte heraus) und mit Recht eigensinnig, denn seine Besitzerin hat ihn von Anfang an abgelehnt. Daher hat er auch keinen Namen; den will er nur von Wiebke bekommen, und darauf kann er leider bis auf den Sankt Nimmerleinstag warten. Das Töchting mag ihn nicht, und Punkt aus ist’s.

Der Bücherbewachbär – er mag diesen Namen ums Verrecken nicht, daher schreibe ich ihn auch nur ganz leise – hat bei mir Asyl gefunden. Er darf – er meint, er soll – und das wäre auch nur Mitleid von meiner Seite – meine Nachttischbücher warmhalten. Von Zeit zu Zeit beschwert er sich, dass es immer mehr werden: ich solle einen Zahn zulegen beim Lesen!

Im Grunde genommen ist er ein liebenswerter Geselle, den ich wirklich sehr gerne um mich habe.

die beiden alten Bären

Der große alte Bär, über 75 Jahre alt, hat in seinem langen Leben so viel erlebt. Eines Tages kam er dem Ofen mit seiner Schnauze etwas zu nahe und verbrannte sich. Trotz des Schmerzes ließ er sich geduldig seine angebrannte Schnauze tupfen. Er bekam Creme drauf, wurde liebevoll gedrückt und geknuddelt – er war ein sehr geliebter Bär vom Mann an meiner Seite. MamS erzählte, dass um ihn auch gestritten wurde, weil nämlich die Schwester Ansprüche angemeldet hat. Ich glaube, sie hat ihn – dessen Namen ich nicht weiß – genauso geliebt wie ihr älterer Bruder.

Der kleinere der alten Bären wurde mir Weihnachten vor 69 Jahren von einer meiner Patentanten geschenkt. Seitdem ist kein Weihnachten ohne meine Teddiline vergangen. Ab und zu bekam sie ein neues Kleid (leider schon lange nicht mehr!), und ich habe sie überall mitgeschleppt. Neugierig, was in ihr drin steckt, habe ich ihre Arme aufgeschnitten. Ich weinte, als die Holzwolle herausquoll. Meine Mutter wollte Teddiline wegwerfen, woraufhin ich noch mehr weinte und zeterte. Teddy bekam neue Arme mit altem Inhalt, mit der Zeit auch Schuhe und leuchtend neue Knopfäuglein …

morgens verschlafen

… bringt den ganzen Tag durcheinander. Aber ich war auch sehr spät dran!
Die Junioren werden um viertel nach acht mit dem Malteser-Bus abgeholt, ich bin um halb acht wachgeworden. Ohne Kaffee musste ich holterdiepolter erst den Kerle aus dem Bett holen und anziehen und dann das Prinzessinentöchting. Der Kerle war perplex und sehr kooperativ, das Töchting mal wieder extrem zickig und obendrein ein ganz klein bisschen nässlich. Sie machte sich doppelt so schwer und hatte zusätzlich noch Sonderwünsche.

Alles ging im Galopp. Waschen, anziehen, was trinken, auf den Rolli setzen – alles mal zwei. Vorsicht, jetzt kommt Eigengelob: ich habe mich selbst übertroffen und war um zehn nach acht fix und fertig! Auch zweieinhalb Schluck Kaffee hatte ich da schon getrunken.

Allerdings hängt verschlafen, den ganzen Tag an mir wie Pech und Schwefel. Ich stehe vor meiner verschlossenen bevorzugten Raritätengärtnerei, im Biocorner gab es nur schrumplige Mandarinen, die Pastorenfreundin hat einen größeren Auftrag für mich und ihre neue alte Freundin hängt sich gleich an; sie möchte auch einen Armtrainer. Auf dem Parkplatz des Drogeriemarktes hätte ich um ein Haar einen teuren Sportwagen touchiert – dummer blöder Fehler – nichts passiert. Nur geschwitzt. Meine Nase juckt, mein rechtes Schienbein ist aufgekratzt, weil‘s juckt, wie Bolle und die Junioren sind zwei Minuten später, als ich wieder Zuhause war, auch schon gekommen …

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