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ich tu, was ich kann

Es gibt Menschen, die sind wie Zwiebeln, und es gibt Menschen, die sind wie Knoblauch. Die Zwiebeln weinen selbst, beim Knoblauch alle um sie herum. 

… und schon wieder weiß ich nicht, woher ich dieses Zitat habe. Aber ich bin definitiv eine Zwiebel.

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Ich bin eine Idiotin – nein, ich bin keine Idiotin – ich verhalte mich nur manchmal wie eine.

Eine Helferin, von der ich einmal dachte, sie wäre eine Wunschtochter, hat ihr Hochzeitskleid bei mir im Gästezimmer hängen. Ungereinigt, nicht wirklich passend, aber sehr präsent. Ich mag nicht mehr in dies Zimmer gehen. Dabei ist die kirchliche Trauung in vier Wochen. Geht mich nichts an und dieses Kleid sollte sehr schnell in den Keller verbannt werden. Warum tu ich das nicht? Siehe oben! 

Mein Pflichtbewusstsein steht dem Abhacken entgegen. Im Stillen hoffe ich immer noch auf eine Klärung der verzwickten Situation. Es ist die Frau, die uns beim Fest hat stehen und Anfang des Jahres im Schwimmbad hängen lassen hat. Ich hoffe immer noch darauf, dass sie sich entschuldigt – dabei bin ich gar nicht mehr bereit diese anzunehmen.  Aber das Kleid einfach weghängen? Das mag ich nicht, würde es doch dadurch nicht schöner werden und der Stoff eventuell leiden. So leide ich – bin halt doch eine Idiotin und weine um den Knoblauch. 

keine Hunger

… oder der tägliche Kampf mit essen und trinken! Essen und Trinken? 

Im Gegensatz zu meinen Junioren haben andere Kinder wirklich Hunger und leiden Not. Die, im Gazastreifen sind nur symptomatisch für andere hungerleidende Menschen auf der Erde. Ich werde jetzt nicht politisch werden – dies Blog möchte ich möglichst aus der Weltpolitik heraushalten – aber, wenn die Ressourcen gerechter verteilt würden, dann bräuchte niemand hungern.

Aber, nun privat! Der Spruch: keine Hunger, ist vom Töchting. Tatsächlich mal nicht vom Kerle, bei dem ich vor seiner PEG immer Angst hatte, dass er verhungert. Er wiegt im Moment 15kg, das Töchting ca. 28kg und damit bin ich voll zufrieden. Dennoch ist Essen und Trinken ein immerwährendes Thema bei uns. Auch weil es global gesehen eins ist. Carsten diskutiert mit mir über Essen, das er nicht mag und dass das andere Menschen bestimmt nötiger als er hätten. Mein Argument, dass das hier ist und nicht woanders – das Essen und Trinken – das lässt er kaum gelten. Er hat jetzt keinen Hunger und Durst sowieso nicht.

Wenn er das (Hunger und Durst)  nicht hat, dann kann ich drauf wetten, dass Wiebke das auch nicht hat. Und schon stecke ich in der Bredouille, weil meine Junioren damit mangelernährt und unterversorgt sind. 

Der tägliche Kampf um jeden Milliliter beginnt gerade wieder. Des Kerles Kaffee steht unangetastet beim Bett und Töchtings Kakao wird kalt. Mein Pensen (kennt ihr das Wort?) nervt sie nur: „Ja Mamma, ich trinke doch!!!“ Mit dreifachen Ausrufezeichen und leicht angepisst. Kurz genippt und Tasse bzw. Flasche wieder beiseite gestellt. Das Spiel beginnt von vorne. „Trink ein bisschen was!“ „Ach Mammmaaa, schick‘s nach Gaza!“

 

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