Heute ist Sonntag 22.3.26 und wenn ich nichts schreibe unterbreche ich meinen Flow. Wäre das so schlimm? Vielleicht! In petto habe ich eine Menge. Ich möchte noch ein paar Teddys vorstellen, dann liegen in einem Ordner Zettelgeschichten und im Keller habe ich Blankovisitenkarten gefunden – ich hatte vor Jahren welche bemalt und eingeschweißt. Das will ich wieder machen. Dann geistert seit einer Weile in meinem Kopf ein Küchenwunder herum – will ich so was? Brauche ich das überhaupt? Hunger habe ich – die Junioren nicht für fünf Pfennig. Wenn ich nur davon rede, fangen Beide gleich an zu quengeln: „Ich habe keinen Hunger. Lass.Mich.In.Ruhe!“ Sehr motivieren, total lustlos! Wo ist der nächste Haken, an den ich sie hängen kann?
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Selbstportrait aus nächster Nähe
Selbstportrait aus nächster Nähe
näher noch als nah
ich
sehe mich
ihr seht mich
sehen wir dasselbe
nun
wohl eher nicht
ich sehe mich
sehe ich mich
seht ihr mich
immer so
manchmal
niemals
was sieht man schon
wenn man etwas sieht
wenn man nichts sieht
wenn man glaubt man sähe
etwas
sehen
dies oder das oder jenes
?
blindbesehen
© petra ulbrich 💋
schlaflos im Dorf
Den Kerle gewendet, das Töchting zurück ins Bett geschoben – wie jede Nacht! Die Beiden schlafen selig und ich bin hellwach. Meine Nase juckt, das ganze Gesicht juckt, die Lunge pfeift und hundemüde bin ich. Zu müde, um wieder einzuschlafen.
Die Lüftung der Kühlkammer ist angesprungen und rumpelt. Die Feuerwehr rückt ohne Blaulicht aus – mich würde es nicht stören, ich bin wach. Die anderen Nachbarn vermutlich ebenso nicht, sie schlafen.
Straßenlaternen sind ausgeschaltet und Sterne leuchten den Nachtschwärmern den Weg. Meine Füße tappen in die Küche und treten auf Salzstängelchen. Der Rest Cola schmeckt abgestanden – hier verkommt nichts, ich kipp‘s runter und der Zuckerschock bleibt aus.
Zurück im Bett zuckt der rechte große Zeh und mit ihm das komplette Bein – es ist kalt. Ob ich noch mal warm werde und die Augen endlich zufallen?