Kategorie: Junioren

normal, was ist normal?

Normalität ist für mich was anderes, als für euch. Für Maria, die ihre Kinder pflegt, was anderes, als für mich. Für Edelgard, deren Sohn, Weglauftendenzen hat, wieder was anderes und für Heinz, der seine Frau pflegt noch einmal komplett anders.
Elisabet, die niemanden pflegt, ist jeden Tag unterwegs und könnte sich nicht vorstellen, das nicht zu tun. Sie nennt es: ein Stück Freiheit!

Was ist normal? Will ich normal sein? Willst du es?

Auf die Frage, wie es mir geht, antworte ich schon lange nicht mehr: „Gut!“, wie üblich. Entweder sage ich: „Normal!“, wenn der/die Fragesteller*in nur um des fragens willen fragt, oder ich antworte wahrheitsgemäß.

∙∙∙∙∙

Mein/unser normaler Alltag beginnt jetzt. Allerdings doch ein bisschen anders. Wir fahren in die Lungenklinik um des Kerles Husten untersuchen zu lassen. Das Töchting ist Begleitung…

Authentizität

Bin ich authentisch? Verstelle ich mich für andere? Und, heißt Authentizität echt sein?

Es kann weitergehen mit Fragen. Wer ist echt, authentisch, unverstellt, unangepasst, einzigartig etc. pp.? Jetzt kommt mir nicht damit, dass jeder Mensch einzigartig ist, das ist nämlich auch schon wieder stereotyp.

Gestern ist uns – meiner/unseren Begleiterin und mir – aufgefallen, dass die jungen Mädchen im Orchester alle gleich aussehen. Ähnlich gekleidet, geschminkt, lange Haare haben, gleich dünn sind und auch so reden. Okay, es waren alles Streicherinnen und sie gehören einer Bubble an, aber guckst du eine an, kannst du die andere nur am Kleid unterscheiden, und das ist auch noch sehr ähnlich. Aber auch im Publikum sahen sich die jungen Frauen frappierend ähnlich. Na klar, auch wieder ’ne Bubble. Wer, wenn er/sie sich nicht für klassische Musik interessiert, geht in ein Streichorchester-Konzert? Wir haben uns ja auch angepasst und waren schick angezogen.

Authentizität heißt ja auch nicht unbedingt, auffallen. Wenn ich jetzt überlege, dann passt Individualität besser.

∙∙∙∙∙

Jetzt aber zum gestrigen Abend: Musik ist für die Junioren wichtig. Jede Art von Musik. Sie dürfen sogar Schlager und Partyhits hören. Aber bitte nicht ausschließlich! 

Im kleineren Nachbarstädtchen gibt es eine hervorragende Musikschule. Diese hat ein hochkarätiges Jugendkammerorchester und das gab Samstagabend mit einer Uraufführung eines sehr jungen Komponisten ihr Jahreskonzert. – Ein Hochgenuss, absolut!

Beide Junioren saßen andächtig lauschend und haben es genossen. Unsere Begleitung auch, sogar ich war entspannt – und das will was heißen. 

Im zweiten Teil wurde es dann leicht exaltiert. Die Musik wurde populärer und eine junge Frau, mit einer Superstimme sang. Leider viel zu pathetisch und überzogen, mit ausladenden Bewegungen und viel zu grell geschminkt und einem Kleid, das ihre Beine unvorteilhaft betonte. Die Stimme ist grandios, aber das war too much. Wird sie hoffentlich auch noch lernen.

Alle in allem, war das ein wunderschöner, wenn auch sehr anstrengender Abend. Wir gehen nämlich nicht einfach hin und genießen – das ist jedesmal für mich eine logistische Herausforderung. Und dennoch, ich mache das gerne.

∙∙∙∙∙

… und einmal wieder habe ich es geschafft, die Überschrift ad absurdum zu führen. Ich schreibe keine journalistischen Beiträge, schon gar keine wissenschaftlichen. Ich schreibe alles, was ich in den Blog stelle, direkt ungefiltert ins Eingabefeld. Deswegen passiert es schon einmal, dass ich im Laufe des Tages den einen oder anderen Fehler ausbessere oder sogar die Satzstellung verändere. Das könnte man als authentisch gelten lassen.

∙∙∙∙∙

10:16 Uhr – vergessen. Dieses Zitat wollte ich doch unbedingt anbringen. Hab es gestern Abend aufgeschnappt!

Klassische Musiker sind die Gehirnchirurgen der Musik.

Bilderbuchmorgen

Unser Besuch gestern in der Ortsbücherei hat einen kleinen Schatz auf unseren Esstisch gespült.  Der König und die Nachtigall – ein Gedicht von Mascha Kaléko als Bilderbuch mit feinen schönen Bildern von Hildegard Müller. 

Ich bin großer Fan von Mascha Kaléko, bedauere es immer sehr, dass ihre Gedichte nicht öffentlich gezeigt werden dürfen. Vor Jahren hatte ich einmal eins im Blog stehen und habe prompt eine Abmahnung kassiert . 

∙∙∙∙∙

Vorm Haus ist ebenfalls ein Bilderbuchmorgen. Schon sehr herbstlich und empfindlich kalt. Die Farben verändern sich langsam und erste Kastanien liegen unten und auch schon auf dem Küchenbord. 

Carstens Stirn ist erstaunlich eben, aber das linke Auge ist zugeschwollen lilarot. „Du Mama, ich habe mindestens, wenn nicht mehr Schutzengel gehabt!“ „Wie viel waren es denn?“ „Na, für jeden Knochen einen!“

Copyright © 2026 voller worte

Theme von Anders Norén — ↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.