Alltag, Gedicht

Windbrausen

Der Wind braust ums Haus
wirbelt Blätter
Gedanken und Gefühle

Treibt mich
zum Wald
zu Prügel und Moos

Trägt mich weiter
zum Baum
und umhüllt

mich
mit
Zweigen und Geschichte

© petra ulbrich

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Kein neues Gedicht und doch aktuell.

Es ist einigermaßen trocken, der Wald ist zwar ein Stück entfernt, aber die Weinberge locken. Ohne Musik auf den Ohren. Ohne Handy. Ohne störende Gedanken – hoffentlich. Ein Schritt vor den anderen. Schritt für Schritt für Schritt. Mit Wind von vorne und Rückenwind zurück.

 

Gedankenchaos, Gedicht

Zwischentöne und ein Herbsthaiku

Deine Zwischentöne sind nicht meine Zwischentöne und manchmal sind sie sehr subtil und kaum zu vernehmen. Man muss sich schon sehr gut kennen, um zu sehen, dass etwas nicht stimmt.

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Grün gelb rotes Laub
leuchtet in Tagesstunden
Nebel am Morgen

© petra ulbrich

By the way: ich mag das Elend der anderen nicht sehen und komme doch nicht dran vorbei.

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18:16 Uhr – Die Maus erklärt unsichtbare Krankheiten.

Gedankenchaos, Gedicht, Kuddelmuddel

stiller Morgen

Es passiert nichts. aber auch rein gar nichts – was nicht stimmt, weil immer was geschieht. Die schwarzen Schuhe, die ich mir im letzten Herbst gekauft habe, drücken immer noch. Warum ich sie nicht schon längst weggegeben habe? Keine Ahnung. Aus Bequemlichkeit vielleicht. Es liegt aber auch daran, dass ich noch keine Gelegenheit gehabt habe zur Aufbaugilde zu fahren, die am anderen Ende der Stadt ist. Auch heute ist mein Tag verzettelt. Um 10 Uhr kommt ungefähr das Sauerstoffgerät für den Kerle und bis dahin kann ich nicht viel machen. Kein Waschpulver einkaufen (was ist eigentlich das beste Waschpulver?), nicht staubsaugen (weil der Hepa-Filter fehlt) und lesen geht auch nicht, weil mir die Konzentration dazu ebenso fehlt.

Still tickt die Uhr. Tick, tick, tick, tick, tick. Wenigstens tickt sie und ist nicht nur eine elektronische Zeitanzeige.

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Tick, tick, tick, tick – ich gucke mich um und schwimme in Gedanken. Ich lese ein Gedicht und möchte mich ans Meer beamen:

Auf der Schwelle des Hauses

In den Dünen sitzen. Nichts sehen
Als Sonne. Nichts fühlen als
Wärme. Nichts hören
Als Brandung. Zwischen zwei
Herzschlägen glauben: Nun
Ist Frieden.

Günter Kunert

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14:22 Uhr – Außer Spesen und Stress nichts gewesen. Das Sauerstoffgerät ist nicht geeignet für einen so kleinen Mann, wie meinen Sohn. Ganz abgesehen davon, dass es erst um halb eins kam. Viel zu groß und unhandlich. Dann bin ich einkaufen gehetzt und finde, als ich wieder daheim war, an der Tür eine Benachrichtigung, dass ein Paket dieser Versorgungsfirma angekommen ist  und beim Nachbarn abgegeben wurde. Der ist natürlich jetzt nicht zuhause. Ich habe keine Ahnung was das sein kann und bin schon wieder völlig aufgelöst, vor lauter Überlegungen.