Kategorie: Gedanken

unterwegs entdeckt

Ich bin glücklich über alle, die mich wahrnehmen und mögen, einfach so wie ich bin.

Diese, von mir erzwungene, Reise hat mir aufgezeigt, dass, wenn ich offensiv mit meiner Angst umgehe, dieser begegnen kann und ich damit keinen Spott und Hohn ernte. Stattdessen bekommen ich Rückendeckung – wenn auch im Moment nur virtuell, aber auch das ist viel. Möglicherweise stärkt mich das. Noch bin ich sehr verzagt und habe mich schon am frühen Abend in mein Hotelzimmer verkrochen. Morgen fahre ich heim, ich will und kann das Experiment nicht übermäßig beanspruchen. Meine Mittel sind begrenzt, ich habe sie ausgereizt. Bereue nichts. Aber bis die Junioren nach Hause kommen, brauche ich Zeit zur Rekapitulation. 

Mutprobe

Für manche mag es die Selbstverständlichkeit der Welt sein, für mich ist es die erste Mutprobe am Morgen. Frühstück im Hotel, alleine am Tisch sitzen und rundherum babbelt und brabbelt es. Familien unterhalten sich und Kinder machen Krach. Pärchen sitzen sich händchenhaltend gegenüber und draußen regnet es…

unterwegs angekommen

Menschen, die ihre Behinderung verbergen, sind mit zweifach höherer Wahrscheinlichkeit ängstlich und fühlen sich mit vierfach höherer Wahrscheinlichkeit isoliert. Dies trägt zur Überlastung bei und kann die Burn-out-Waage zum Kippen bringen. Hinzu kommen finanzielle Zusatzbelastungen.

Raúl Krauthausen

Es ist ein Versteckspiel ohne Gewinner. Man hat die Illusion an eine Leistungsfähigkeit aufgebaut, die man nicht ohne körperliche und/oder seelische Kosten aufrechterhalten kann. Aber es ist schwer, zurückzurudern, die Maskerade aufzudecken und zu erklären, dass man in Wirklichkeit eine Behinderung hat, sich über seine Grenzen hinaus kaputt geschuftet hat und nun weniger leisten kann.

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Vorweg – ich bin angekommen in einem schönen Hotel. Müde bin ich sehr. Zum einen von der Autofahrt und zum anderen vom wunderschönen Oberschwaben. Bin schon einiges gelaufen! Ich genieße es sehr.

Im www. war ich auch schon und so komme ich zu den obigen Texten. Raúl Krauthausen hat etwas über den eigenen Ableismus geschrieben und ich als Mutter und eigene behinderte Person – denn Menschen im Aspergerspektrum sind auch behindert, werden behindert – also ich hatte beim lesen des Artikels ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Behindere Menschen werden älter und je älter sie werden, umso schwieriger wird es die Behinderung zu akzeptieren. Der Kerle sagt zwar immer, dass er über den Dingen steht, aber seine körperliche Verfassung wird fragiler. Auch beim Töchting merke ich es sehr. Mir persönlich fällt die Pflege der beiden Junioren auch nicht mehr so leicht, wie noch vor 40 Jahren. Manchmal will ich es nicht wahrhaben …

… und genau deswegen genieße ich es jetzt mich verwöhnen zu lassen. Ich glaube, ich hab’s mir verdammt verdient!

P. S.: Ich habe noch kein einziges Foto gemacht!

Seiten: 1 2

Copyright © 2026 voller worte – mit und ohne Innenfutter

Theme von Anders Norén↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.