Kategorie: Behinderung

weitermachen

Eine Reise ist eine Reise ist eine Reise…

Hat Getrude Stein das nicht zu einer Rose gesagt? Aber es passt natürlich auch im übertragenem Sinne für alles andere. Du bist du und ich bin ich! Niemand, nichts ist etwas anderes und jede muss ihr Leben selbst leben. Als Carsten letztens vom Geist sprach und mich meinte, schien das lustig und war liebevoll gemeint. Keiner nimmt dir dein Leben ab. Das merke ich in diesen Zeiten besonders. Ich will auch gar nicht unbedingt, dass mir jemand etwas weg- bzw. abnimmt. Ich hätte nur ganz gerne ab und zu etwas Verständnis.

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Zum Thema Kur: Eine schriftliche Zusage, dass ich eine medizinische Vorsorge für Mutter und Kinder genehmigt bekommen habe, liegt neben mir auf dem Schreibtisch. Nützen tut sie mir nichts. Ich habe mir die Finger wund telefoniert, die bundesweite Lebenshilfe eingeschaltet, mit einem Familien/Elternanwalt lange gesprochen. Die Aktion Mensch kontaktiert und versucht hiesige Politiker zu gewinnen. Niemand, keiner, kein Mensch, kann mir helfen – zumindest jetzt nicht. Zu Coronazeiten nicht. Ob später, ich weiß es nicht – ich hoffe sehr. Denn Carsten hat recht, ich bin ein Geist. Einer, der über der Erde schwebt. Immer 10 cm übern festen Boden. Immer allzeit bereit. Für meine Kinder jederzeit ein Ansprechpartner – sogar für andere ein verlässlicher Ansprechpartner. Nur niemand will von mir hören, dass ich haarscharf am Rand entlangschramme. „Es tut uns leid, wir sehen die Problematik. Aber helfen, helfen können wir Ihnen nicht!“ Es gibt so gar keine Lobby für Menschen, wie meine Kinder es sind. Es gibt viel zu wenige davon. Wir (da nehme ich mich mit ein) passen ja noch nicht einmal in die Schublade der kleinwüchsigen Menschen. Ich wünsche mir jetzt seriöse Öffentlichkeitsarbeit, jemand, der unser Problem nach Außen bringt – damit wir nicht immer im eigenen Saft schmoren. Ich habe keine Kontakte…

… meine Junioren melden sich!

schreiben

Immer noch nicht mag ich über meine Enttäuschung schreiben, nur ganz kurz sagen, dass wir keine Kurklinik gefunden haben, die uns als kleine Mutter-Kind-Gruppe aufnimmt. In meinem Kopf rattert es, nur ist noch nichts richtig spruchreif, denn ich möchte das nicht hinnehmen!

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Wiebke hat etwas Fieber, sie hustet. Carsten hustet auch und fühlt sich schlapp. Kein Werkstattbesuch. Stattdessen ausschlafen. Einatmen. Ausatmen. Ruhe bewahren und nachdenken, was ich tun kann. Geburtstage stehen an. Es gibt viel zu tun.

kein Kaffee heute

Gerade eben habe ich meinen kalten Kaffee an den großen Kaktus gekippt! Normalerweise trinke ich die Tasse leer – Milchkaffee schmeckt mir auch lauwarm und sogar kalt. Heute ist mir jeglicher Appetit vergangen. Habe ich es richtig gemacht, dass ich die Junioren in die Werkstatt fahren ließ? Es gab kein Zetern und Geschrei – sie haben sich gefreut. Über das frühere Aufstehen zwar nicht unbedingt, aber dennoch sind sie gerne in den Bus gestiegen. Es ist kein ÖPNV. Der Kerle und das Töchting sind von der Maskenpflicht befreit und jetzt kommt die Problematik: Beide, sowohl Carsten, als auch Wiebke soll/muss,  vorgeschriebenermaßen beim ambulanten Termin in der orthopädischen Uniklinik Heidelberg eine FFP2-Maske tragen. Ich weiß nicht, wo sie diese hinziehen sollen? Ja, natürlich vor Mund und Nase! Aber so eine Maske bedeckt ihr ganzes Gesicht – einschließlich Augen und Stirn. Dicht ist sie am Rand dann immer noch nicht. Der Kopf meiner Kinder ist so groß, wie der eines zweijährigen Kindes.

Niemand kann mir Auskunft geben, wie und wo ich solch kleine FFP2-Masken herbekomme! Ob ein negatives Testergebnis gilt, dass sie nicht ansteckend sind, konnte mir auch niemand sagen. Ob sie geimpft werden – ob überhaupt das hiesige Kreisimpfzentrum schon geöffnet ist – kann mir auch niemand sagen. Dass beide heftige Schmerzen haben und nicht auf ihren Rollstühlen sitzen können, das kann ich mit Gewissheit sagen. Ich verzweifle gerade! Seit Tagen ist mir übel. Mir schmeckt nichts mehr, außer Schokolade. Meine Nerven sind zum Reißen angespannt und ich werde nur vertröstet. „Es tut uns leid, aber wir können auch nichts Näheres sagen!“ „Leider wissen auch wir nichts Genaueres!“ „Es gibt Vorschriften, die müssen auch behinderte Menschen einhalten!“ usw. und so fort…

Mir schmeckt mein Kaffee nicht – mir schmeckt so vieles nicht! Ich bin dafür, dass es einen #Zero-Covid Lockdown (* geändert!) gibt. Diese Angst, zusätzlich zu der, die ich sowieso schon habe, ist für mich kaum noch haushaltbar. Ich habe keine Ahnung, wie ich das meinen kognitiv eingeschränkten Junioren erklären und vor allem, wie ich das bewerkstelligen soll. Aber es muss sein – wir wollen schließlich leben!

Copyright © 2026 voller worte

Theme von Anders Norén — ↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.