Behinderung, Familie, Gedanken

kein Kaffee heute

Gerade eben habe ich meinen kalten Kaffee an den großen Kaktus gekippt! Normalerweise trinke ich die Tasse leer – Milchkaffee schmeckt mir auch lauwarm und sogar kalt. Heute ist mir jeglicher Appetit vergangen. Habe ich es richtig gemacht, dass ich die Junioren in die Werkstatt fahren ließ? Es gab kein Zetern und Geschrei – sie haben sich gefreut. Über das frühere Aufstehen zwar nicht unbedingt, aber dennoch sind sie gerne in den Bus gestiegen. Es ist kein ÖPNV. Der Kerle und das Töchting sind von der Maskenpflicht befreit und jetzt kommt die Problematik: Beide, sowohl Carsten, als auch Wiebke soll/muss,  vorgeschriebenermaßen beim ambulanten Termin in der orthopädischen Uniklinik Heidelberg eine FFP2-Maske tragen. Ich weiß nicht, wo sie diese hinziehen sollen? Ja, natürlich vor Mund und Nase! Aber so eine Maske bedeckt ihr ganzes Gesicht – einschließlich Augen und Stirn. Dicht ist sie am Rand dann immer noch nicht. Der Kopf meiner Kinder ist so groß, wie der eines zweijährigen Kindes.

Niemand kann mir Auskunft geben, wie und wo ich solch kleine FFP2-Masken herbekomme! Ob ein negatives Testergebnis gilt, dass sie nicht ansteckend sind, konnte mir auch niemand sagen. Ob sie geimpft werden – ob überhaupt das hiesige Kreisimpfzentrum schon geöffnet ist – kann mir auch niemand sagen. Dass beide heftige Schmerzen haben und nicht auf ihren Rollstühlen sitzen können, das kann ich mit Gewissheit sagen. Ich verzweifle gerade! Seit Tagen ist mir übel. Mir schmeckt nichts mehr, außer Schokolade. Meine Nerven sind zum Reißen angespannt und ich werde nur vertröstet. „Es tut uns leid, aber wir können auch nichts Näheres sagen!“ „Leider wissen auch wir nichts Genaueres!“ „Es gibt Vorschriften, die müssen auch behinderte Menschen einhalten!“ usw. und so fort…

Mir schmeckt mein Kaffee nicht – mir schmeckt so vieles nicht! Ich bin dafür, dass es einen #Zero-Covid Lockdown (* geändert!) gibt. Diese Angst, zusätzlich zu der, die ich sowieso schon habe, ist für mich kaum noch haushaltbar. Ich habe keine Ahnung, wie ich das meinen kognitiv eingeschränkten Junioren erklären und vor allem, wie ich das bewerkstelligen soll. Aber es muss sein – wir wollen schließlich leben!

Behinderung, Kuddelmuddel

Zweckoptimismus

Schon lange weiß ich, dass Zweckoptimismus nichts bringt! Weitermachen  ist okay. Nützt ja nichts. Muss! Was gibt es für eine Alternative? 

Übrigens werde ich heute in Etappen schreiben – jetzt erst einmal die Junioren fertig machen. Was da heißt: aufwecken, aufs Klo setzen bzw. ausziehen und in die Badewanne setzen, waschen, anziehen, nötigenfalls rasieren. Sie motivieren etwas zu trinken und ein bisschen was zu essen (allein, das ist Mundfusseligschwerarbeit), Anorak anziehen, auf den Rollstuhl setzen, ins Auto und dann ab zum Orthopäden. 2mal!

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14:00 Uhr: Müde! Jeweils zwei Überweisungen für die Uniklinik Heidelberg zur dortigen Orthopädie und zur Schmerzambulanz in der Nähe. Bei der Schmerzambulanz wird der hiesige Orthopäde anrufen und uns gegebenenfalls den Weg ebnen. Nach Heidelberg deswegen, weil er mit seinem Wissen am Ende ist und den Junioren dort besser geholfen werden kann, weil dort ein kompetentes Ärzteteam ist, das Hand in Hand arbeitet.

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Nebenbei versuche ich in den Kerle etwas zu essen zu bekommen und das Töchting zu motivieren, dass sie ein bisschen was trinkt. Ich schütte Kaffee in mich hinein und futtere aus purem Frust Schokolade Tafelweise. Weder werde ich davon munterer, noch satt! Zumindest habe ich einen kleinen Ansatzpunkt, wie ich herkömmliche Schmerzmittel dosieren kann und darf, ohne eine Vergiftung zu provozieren. Tendenziell habe ich zu wenig gegeben.

Innerhalb 10 Minuten hat Wiebke jetzt ca. 50ml getrunken und Carsten etwas mehr. So geht es jeden Tag. Originalton Sohn: „Ja, ich es ja schon!“ Dann nimmt er einen Keks in die Hand und legt ihn nach fünf Minuten wieder weg. Ach – Essen wird, so denken beide, total überbewertet!