Schlagwort: Kuddelmuddelgedankenchaos

wie ist das, Angst zu haben?

Eigentlich, so dachte ich, dass die Luft zum bloggen verpufft ist. Aber wie so oft habe ich mich getäuscht. Es passiert viel Unblogbares, in meinem Inneren und um mich herum. Eine ältere Helferin verlässt uns und so haben wir kaum noch zuverlässige regelmäßige Helfer. Ich brauche diese aber, sonst drehe ich durch. Ich benötige Menschen auch für mich und Menschen für die Junioren damit ich nicht alles alleine verantworten muss, damit auch einmal andere das immer gleiche Gerede der Junioren aushalten und wir hier rauskommen. Es gibt niemanden, schon gar keinen, der/die regelmäßig wöchentlich kommt…

Ich wiederhole mich, es ist nichts neues und es langweilt sicherlich so manche – Leben besteht eben auch immer aus Wiederholungen, aber genau das Beständige macht es berechenbarer und ebenso entschieden leichter!

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Was hat das alles mit Angst zu tun? Eine ganze Menge. Angst vor Veränderungen, Angst zu scheitern, nicht zu genügen und Angst davor mit der Pflege der behinderten Junioren  – nein, nicht mit der körperlichen Pflege, sondern mit der, die Beiden adäquat zu beschäftigen, ihnen etwas zu bieten und dabei mich selbst nicht völlig zu vergessen. Ich komme zu kurz und wenn jetzt noch jemand abspringt, dann bin ich, fühle ich mich, für alles zuständig und habe die berechtigte Angst durchzudrehen!

Glaubt mir, das ist kein Einzelproblem. Sehr viele pflegende Angehörige haben kaum Möglichkeit ein eigenständiges Leben zu führen, denn sie sind nicht allein – aber oft einsam.

verlassen werden

Es ist die Männer-verlassen-ihre-Frauen-Zeit.

Erst gestern habe ich von der dritten Frau erfahren, dass ihr Mann sie für eine wesentlich jüngere Frau verlassen hat, und dass er schon ein ganzes Jahr zweigleisig gefahren ist. Der Mann der Nachbarin ist nicht mehr zu sehen und der Vater vom kleinen Oskar ist schon vor den Faschingsferien ausgezogen. Auch diese beiden Männer erleben einen zweiten Frühling. Es sei ihnen gegönnt. Menschen verlieben sich und können sich entlieben, aber dann bitte ehrlich sein und nicht feige einfach davonlaufen.

Die Frauen sind am Boden zerstört. Eine sagte sogar, dass es so wäre, als ob ihr Mann gestorben sei. Die Kinder sind groß und nun hätte sie ihre Schuldigkeit getan und der Mann hat sie stehen lassen. Mit dieser Erklärung kann ich ihre Enttäuschung nachvollziehen – hat mein Mann mich doch auch verlassen! Ganz anders zwar, da er wirklich gestorben ist und ich ihn auch nach so vielen Jahren sehr schmerzlich vermisse, aber dann doch wieder nicht, weil sie ja ihre erwachsenen Kinder als Gesprächspartner hat. Als kognitiv ebenbürtige Gesprächspartner und obendrein hat sie eine Schwester, mit der sie all das besprechen kann. Es ist nicht zu vergleichen!

was Schönes

Das muss ich erzählen! Ich habe zwar großes Lehrgeld bezahlt und so richtig konnte mir die nette Frau auch nicht helfen, weil ich im Vorfeld eine ganze Menge verbockt habe, aber diese Gesprächspartnerin konnte mich voll umfassend verstehen. Das alles, weil ich meinen Mut zusammengenommen und mich als Mensch im Autismusspektrum geoutet habe. Sie ist nämlich selber Asperger-Autistin und so konnte ich endlich mal so reden, wie mir auch tatsächlich zumute war. 

Zuhause habe ich mich hingesetzt und noch einmal gründlich nachgedacht, meine zweitbeste Lösung des Problems – die erste funktioniert ja wegen meiner Ungeduld und Fehler nicht – mit der bin ich nun auch zufrieden. Drückt mir die Daumen, dass der Plan auch so klappt, wie ich ihn mir ausgedacht habe.

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