Schlagwort: Junioren

verrückt

Ich habe gerade Gänsehaut gehabt – bei 28°C Raumtemperatur! Mir war kalt, ein eisiger Schauer ist mir über die Beine gekrochen. Schön langsam, vom Oberschenkel bis zum kleinen Zeh! Aus dem Kerlezimmer kam ein leises »plopp«, wie als ob etwas sukzessive fällt. Dann war es sekundenlang still und kurz darauf ein ohrenbetäubender Lärm. Schreie, weinen, kreischen, jammern! Alles gleichzeitig. Ich springe auf, stolpere über meine eigenen Füße, renne hastdunichtgesehen ins Zimmer im Eck. Dort liegt der Kerle wie ein Maikäfer zappelnd rücklings vorm Bett und hält in der rechten Hand einen Schokoladenkeks hoch. Das linke Bein hängt etwas schief und ich sehe mich schon ins Krankenhaus fahren. „Mama, nimm mir doch endlich den Keks ab und dann dreh mich um!“ Gesagt getan. Ich setze ihn aufs Bett zurück, der Kerle schüttelt sich, holt sich sein Tablet, verlangt noch was zu trinken und schickt mich raus.

Als ich ihm sagte, dass ich einen Mordsschreck bekommen hatte – wohl bemerkt, der Kerle hat Glasknochen  Typ 3 – meinte er: „Hab ich auch, aber jetzt ist alles wieder gut!“ Ist es auch, nichts gebrochen, nur ein blauer Fleck am Steiß.

Wildesland | Vorlesebuch

Der Kerle liebt Problembücher. Wildesland von Cornelia Franz ist so eins. In diesen heißen Zeiten passt eine Sommergeschichte, die in Norwegens Wäldern spielt, genau  richtig. Es fängt mit einem Autounfall an – und schon hat es meinen Sohn gepackt. Ein Abenteuerbuch mit Moltebeeren, gebratenen Regenwürmern und einem Jungen, den das schlechte Gewissen plagt!

Was machen wir wenn wir erst abends raus können, weil die Terrasse zu heiß ist? – Vorlesen. Für den Kerle Romane und fürs Töchting darf es dann auch schon mal das Hexenbuch zum einhundertdrölften mal sein. Hauptsache es macht allen Spaß – und das tut es!

zehn nach sechs

… am Morgen, ich habe die ersten Nachrichten gehört und nicht verarbeitet. Es brennt in der Welt! Nicht nur real, es brennt die Hütte.
In meiner kleinen Welt zum Glück nicht, doch rund läuft es nicht. Das Töchting hat diese Nacht sehr unruhig geschlafen. Was war konnte oder wollte sie mir nicht sagen. In Tränen aufgelöst spricht sie nicht gut und je mehr ich frage, umso aufgeregter wird sie. Mein Kind ist völlig durch den Wind und ich kann ihr nicht helfen. Dieses nicht helfen können macht mich traurig. Ich kann ihren Seelenzustand nachvollziehen; weiß, dass sie nicht benennen kann, auch wenn sie kognitiv dazu in der Lage wäre, was sie bedrückt und dass sie das noch wütender macht und somit weint. Es ist verdammt nicht einfach behindert zu sein.

Wer hat schon Verständnis für eine kleine Frau, die nicht weiß was sie will und doch großen Kummer hat?

Copyright © 2026 voller worte – mit und ohne Innenfutter

Theme von Anders Norén↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.