Behinderung, Gedicht

Demokratie

Wenn zwei etwas nicht wollen
dann kann die dritte sich auf die
Hinterbeine stellen
bitten und betteln
sogar drohen
eine halbe Stunde kuscheln
und diskutieren

Wenn’s dann immer noch zwei zu eins steht
dann nennt sich das Demokratie
– und machen kann ich nichts

© petra ulbrich

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Die Diktatur der Mehrheit!

Alltag, Behinderung, Familie, Gedanken, Junioren

14.9.23 – Tagebuchbloggen

Eigentlich wollte ich meinen gestrigen Tagesablauf bloggen – ich werde mich selbst zensieren. Wenn ich es wirklich schreiben würde, wären sehr viele böse Kommentare wieder da, denn es war ein reiner angstbeladener, stressiger, mit unnötigen Gesprächen – da manche Menschen mich als seelischen Mülleimer benutzen – mit Ankündigungen, die mich eher noch mehr einschränken als entlasten, behafteter Tag. 
Nachts habe ich mit einer Mitarbeiterin der Telefonseelsorge gesprochen, danach bin ich im Regen draußen herumlaufen. 

Am Morgen gucke ich ins Blog nach Kommentaren und sehe vier Hasskommentare bzw. kryptische Buchstabenreihen mit immer derselben IP-Adresse. Kein Zuspruch, weder von den Leuten, die sich bei mir ausheulen, noch von sonst wem.

Und wenn ich jetzt noch einmal diese Sprüche höre: Reiß dich doch mal zusammen! Sei nicht immer so undankbar! Was willst du eigentlich? Wenn du doch Hilfe kriegst, warum nimmst du sie nicht an? Alles aus der Ferne, dann fange ich an zu weinen. Vor Ort ist kaum eine*r, der/die auch nur die Rollstühle ins Auto hieft.

Ich ziehe jetzt die Junioren an!

 

Behinderung

Ableismus

Der Kerle ist im Krankenhaus sehr ableistisch behandelt worden. Der Arzt hat über des Kerles Kopf mit mir gesprochen. Als ich ihm sagte, dass der Patient mein Sohn sei, hat er doch gesagt: „Er kann mir doch keine Anamnese geben?“ Dieser Arzt hat nicht einmal ansatzweise versucht mit C. zu reden! Ein junger (ausländischer*) Arzt. Ich bin entsetzt! 

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*passiert aber auch mit jeder anderen Staatsangehörigkeit