Familie

und dann war da noch

… der Zusammenbruch vor eineinhalb Stunden beim Radiologen! Dabei gab es gar keinen Grund, denn der Befund ist okay – bis auf die üblichen Zipperlein.

Nur ein Wort war falsch, in einem rüden Ton gesprochen, für den sich der Arzt auch sofort entschuldigt hat. Ein Wort zu viel – ein kleiner Nebensatz und meine Schleusen öffnen sich.

Dieser Geburtstag meiner Mutter, dieser schwelende, nicht zu klärende Streit mit meiner mittleren Schwester, dieses über dem Abgrund hängen, diese Nichtachtung von meiner Ursprungsfamilie – all das macht mich krank und furchtbar traurig. Furchtbar im wahrsten Sinne des Wortes. Ich fürchte mich sogar davor, den Brief, den ich skizzenhaft an diese Leute geschrieben habe, zu vervollkommnen und abzuschicken. Aber, ob ich das tue oder nicht – eine Reaktion, in Form eines Anrufes, Brief oder Mail wird nicht kommen – also kann ich es auch gleich bleibenlassen. Sie werden sich nicht melden. Niemand wird sich melden – auch meine Mutter nicht. Inzwischen bin ich sogar der Meinung, dass ich besser daran täte, keinen Brief zu schreiben. Auch keinen, in dem ich mich erkläre!

Warum-Fragen sind müßig. Entweder heißt die Antwort: Deshalb oder es gibt mindestens so viele Antworten, wie sie Adressaten hat. Wenn, dann noch diese sich weigern mit einem zu reden, dann ist es doppelt müßig – tut dennoch verdammt weh!

Wie viele Tränen können in einem Körper sein? Was hält ein Mensch aus? Wann zerbricht er? Wie ist das mit der Resilienz? … mit der Vulnerabilität? Wann habe ich endlich abgeschlossen? Bin ich zu anspruchsvoll an das Leben?

Behinderung, Familie

Kompliziert

Macht’s nicht komplizierter, als es ist! So, wie es ist, ist es eh schon umständlich genug.
Wenn beide Junioren mit mir zusammen im Keller schlafen, dann heißt das für mich Gewichtheben – und trotzdem werde ich nicht, auch nur ansatzweise solche Muckis wie Carsten bekommen! Ein Beweisbild gibt es nicht, weil immer noch Bilder heruntergeladen werden und ich nicht möchte, dass fremde Menschen meine Kinder auf ihrer Festplatte speichern.

Carsten hat als älteres Baby, da war er ca. ein Jahr alt, an den Daumen seines Papa, Überschlug gemacht. Ergo, er hat sich mit seinen Händen an den Daumen gehalten und dann Schwung geholt und sich gedreht – verständlich? Carstens Oberarme sind stahlhart, ohne jedes Gramm Fett. Zu seinem Leidwesen, denn er möchte so gerne eine Ratte tätowiert haben. Aber ins Muskelgewebe tätowieren? No way!

Bei mir könnte man gut. Fettgewebe ist auch da – nur will ich kein Tattoo. Nur ein bisschen mehr Kraft in den Armen, dass ich mein Töchting locker tragen kann. Zum Glück ist mein Rücken top. Die Schultermuskulatur ist angespannt und momentan meckert auch der ehemals angebrochene Halswirbel, aber ich mache fleißig Krankengymnastik – auch wenn’s hier und da knackt! Noch trage ich Wiebke relativ zügig die Treppe hoch und das Leichtgewicht Carsten eh mit links. Kompliziert wird es, wenn es viele Dinge und Menschen sind, die von oben nach unten, oder andersherum, transportiert werden müssen. Dann laufe ich treppauf, treppab – meine Lieblingsbeschäftigung wird das nicht. Denn dann schnaufe ich, wie eine alte Dampflok bei Bergfahrt.

Wir sind ein gutes Team, wir meistern die Morgen gut – und wenn ich die Junioren im kühlen Keller schlafen lassen kann, so werde ich sie, ohne Murren, rauf- und runtertragen. Egal wie kompliziert es ist.

Familie, Gedanken

mp3 – von früher

Oder gilt das heute noch? Oder erst recht? Wer ist die blöde Kuh? Bin ich’s vielleicht gar selber?

10 Jahre ist diese Aufnahme fast alt und immer noch gilt sie derselben Person. Gelernt habe ich noch immer nicht mit Kränkungen umzugehen, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und gelassen darauf vertrauen, dass jeder – wirklich jeder das bekommt, was er oder sie verdient!