Schlagwort: Behindertenarbeit

Puddingbeine

… und der Mut dennoch aufrecht zu gehen! Über verschmitzte Junioren, denen der Schalk im Nacken sitzt und die, wenn sie kurz schlechte Laune haben, den Schalter schnell umlegen können, um gleich wieder fröhliche Scherze zu machen.

Ich weiß, dass ich mir das hoch anrechnen kann – meine Ängste sind nicht ihre, sie sollen sie nicht spüren. Natürlich kostet mich das Kraft. Ich versuche, wenigstens nach außen, ‚normal‘ zu sein. Aber was ist schon ‚normal‘? 

Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden. | Albert Einstein

Zumindest habe ich schön regelmäßig Puddingbeine. Man kann auch das als Normalität bezeichnen. Langweilen möchte ich euch mit meinen ewigen Ängsten nicht – das nervt mich ja selbst auch – bestimmt aber mein Leben.  

Vorstellung

Das stelle ich mir gerade in bunt vor und finde es wundervoll!

Aber sind nicht alle Leben – ich kenne einige Familien mit behinderten Kindern und andere natürlich auch, wenn auch nicht so gut – sind nicht alle Leben irgendwie ein Krickelkrakel? 

Meine Kinder – und heute schreibe ich nicht Junioren – sind coole Socken. Von ihnen kann ich lernen was Zufriedenheit ist! Sie nehmen das Leben wie es kommt. Man kann sagen, sie haben noch weniger Möglichkeiten, als andere hier bei uns in Mitteleuropa, aber das wissen sie nicht. Und vielleicht ist das das gerade, dass sie um ihre fehlenden Möglichkeiten nicht wissen. Meine These diesbezüglich ist, dass Nichtwissen Vorteile hat. 

Manchmal möchte ich von der aktuellen Weltlage nichts wissen. Nichts vom Golf von Amerika, nichts davon, dass Autos in Menschenmengen rasen, nichts vom Wahlkampf, nichts von Bankmitarbeiterenlassungen, nichts von Turnskandalen und nichts vom winterlichen Wetter. Aber fahre ich damit besser, wenn ich mich dumm stelle oder meine Informationsquellen ausblende? Ich kann nicht, wie meine behinderten Junioren, die Augen zumachen oder einfach nicht sehen, ich muss  – und fühle mich überfordert. So, wie das Kuddelmuddelbild!

Nein, ich bin nicht uninformiert. Ich habe eine dezidierte politische Meinung – die, die rechts stehen sind mir zuwider! Manchmal möchte ich so cool, wie meine Kinder es sind, sein. dann wäre auch ich viel zufriedener. Ich übe und habe große Vorbilder …

Post vom Amtsgericht

Wir können sie ihnen nicht bieten. Die wundersame Heilung der Behinderung meines Töchtings. Sie ist immer noch behindert und braucht immer noch eine Betreuung. Keine freiheitsentziehenden Maßnahmen, aber Hilfe im Alltag und allen entscheidenden Lebenslagen. Gut – jetzt gehen wir wieder einmal den Weg durch die Instanzen, holen uns ein ärztliches Gutachten und danach darf sich meine Tochter amtsärztlich behördlich begutachten und ausfragen lassen. Auf die Wunderheilung warten wir nicht, ganz bestimmt nicht. Wir wüssten gar nichts damit anzufangen!

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