Gedanken

na gut, dann nicht

Bleib ich halt liegen, wenn ich schon nicht fliegen kann. Geht ja leider beides nicht. Muss aufstehen – das Töchting singt und will gewiss aufs Klo!

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In meinen Mailpostfach sind 6 unbeantwortete Nachrichten. Für manch eine*n für euch mag das nicht viel sein. Ich weiß nicht, welche ich zuerst beantworten soll. Auch private Mails! Ich hätte gerne mehr Aufmerksamkeit für sie, denn der/die Absenderin hat es verdient. Aber in meinem Kopf ist immer noch Taubenschlagalarm. Es erfordert schon genug Zeit den „Stall sauber zu halten“, da bleibt mir nichts – keine Muße – mir auch noch g‘scheite Antworten zu überlegen. Aber ich fühle mich ein bisschen schuldig, weil ich so tatenlos bin.

Dann ist da noch der eine Mensch, dem ich mein Herz ausschütten möchte und der selbst so viel um die Ohren hat …

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19:35 Uhr – …und dann war dieser Tag ein Quasseltag. Niemals böse gemeint, nur wissen wollend und Fragen über Fragen von den Junioren. Dabei habe ich doch selber so viele in meinem Taubenschlag. 🕊️

Gedicht

Herbstgedicht

Blaßblauer Himmel
er kann sich nicht entscheiden

Herbst, Frühling oder doch
Sommertag

Bunte Blätter fallen
liegen immer

auf dem falschen Gehweg

auf dem, den ich fegen muss

Der kleine Nachbarhund

der mit dem Schalk im Nacken

nimmt Anlauf, bellt kurz

guckt und springt

Im Auge sehe ich
einen Regenbogen
Tränen brechen
das Sonnenlicht

Freudennass
stehen Kürbisfratzen
voller Erwartung der Erleuchtung
im Hauseingang

In drei Wochen ist
November

© petra ulbrich

Gedanken

Baklava ♡

♡ Reza hat mir köstliches Baklava geschickt. Sündhaft süß und extrem kalorienreich – absolut lecker!

Aber noch mehr als die Süßigkeit hat mich der Brief dazu gefreut, beim lesen musste ich tatsächlich das eine oder andere Tränchen verdrücken und so ist die Tinte verwischt. Ich möchte euch teilhaben lassen, an den, für mich wunderbaren Worten. Sie tun mir so gut. Ich habe sie euch abgeschrieben:

Hallo Petra,
eigentlich wollte ich dieses Paket letzte Woche verschicken, aber wahrscheinlich weil ich auch einen Brief dazu schreiben wollte, hat es sich ein wenig verzögert.
Vor vielen Jahren, als ich gerade nach Deutschland gekommen war, um mein Studium fortzusetzen, habe ich versucht jede Möglichkeit zu nutzen. Radio hören, deutsche Freunde finden, Zeitung lesen … Aber der beste Weg für mich war das Lesen. Von Blogs – etwas, das ich zuvor in meiner Muttersprache immer geliebt hatte.
Dein Blog ging jedoch weit über das Lernen der deutschen Sprache hinaus. Was du geschrieben hast und sogar das, was du nicht geschrieben hast, hat so tief in die Seele des Lesers eingegriffen, dass man deinen Blog immer wieder lesen möchte. Später hab ich verstanden, dass Leid im Leben, in welcher Form auch immer, den Menschen ermöglicht, in einer anderen Dimension weiterzuleben und sozusagen eine parallele Welt zu erschaffen, in der sie zumindest die Lebensform erfahren können, die sie sich wünschen. Deine Worte geben sowohl dem Erzähler als auch dem Leser diese Möglichkeit.
Vielleicht gibt es in einer parallelen Welt die Chance, das Leben anders zu leben, all das Ungeliebte oder Unerlebte dort zu erfahren. Mit diesem Schreibstil erschaffst du jedes Mal eine parallele Welt, selbst wenn schon der realenWelt für dich nichts verändert… Vielleicht auch für dich…
Danke, dass du schreibst.

Am Schreibtisch kann ich ein kleines bisschen fliegen. | Jurek Becker

Liebe Grüße
Reza

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Beim Abtippen habe ich wieder geheult – vor großer, großer Freude. Danke Reza – herzlichen Dank!