Gerade weint der Himmel nicht. Das Töchting ist freudig aufgebrochen – zu ihren Werkstattfreunden – und dass, obwohl es ihr nicht gut geht. Bauchschmerzen, Rücken- und vor allem Fußweh. Ich bin ihr sehr dankbar, muss ich doch mein Bild für die Öffentlichkeit neu malen.
Jemand sieht die Mutter. Nur die Mutter. Die, die aufopferungsvoll pflegt, alles für ihre Kinder tut und die sich dabei völlig verausgabt. Klar, es ist ein großer Teil von mir. Aber beileibe nicht alles.
Andere sehen die querulante Frau, die immer (!) was zu meckern hat. Die, die Dinge sieht, die gerne übersehen werden und diese auch benennt. Es ist unbequem – sowohl für mich, als auch für andere.
Bin ich nicht auch die Leserin, die Vorleserin? Die, die Gedichte schreibt, die kaum jemand versteht? Die, die den Junioren die Bücher nahe bringt. Aber da bin ich ja schon wieder bei der Mutter!
Gerne wäre ich auch die, die öfter ins Theater geht, oder auf Reisen. Hirngespinste!
Essen gehen möchte ich – in erstklassige Lokale – Geld ausgeben für Schweinsbäckle oder Bœuf bourguignon. Dazu ein guter Wein!
Oder mal wieder in die Oper gehen und anschließend Pommes essen.
Immer bin ich ich. Mit meinen Macken und Unzulänglichkeiten. Aber auch mit meiner Stärke. Ich gebe nicht auf!
Meine Malstifte sind eingetrocknet – nein, sind sie nicht, aber die Bilder verschwimmen …
18:39 Uhr – Heute habe ich das erste Mal jemanden in einem Chatportal blockiert. Hieroglyphen (sprich: irgendwelche Buchstabenfolgen/Tippfehler) kann und will ich nicht entziffern.