Also uns erkennt man daran, dass ich Gummibärchen und bunte Schokolinsen nach Farben ganz genau in Süßigkeitenschälchen verteile, damit jeder der Junioren gleich viel hat. Wiebke erkennt man daran, dass sie die farbigen Schokolinsen nach Farben sortiert, mit den roten anfängt und danach alle sortenrein isst!
… schöne Momente zu knipsen! So auch heute auf der Burg im Biergarten. Weil ich keine Lust hatte zu kochen, habe ich mir die beiden hochherrschaftlichen Junioren geschnappt, eine Bandfreundin angerufen, ob sie mitmöchte und bin mit der kleinen Truppe auf den Berg mit der wunderschönen Aussicht gefahren. Ein lüftlesumwehter Biergarten mit großen Bäumen und, ganz besonders nettem, Francesco wartete nur auf uns. Und ich? Ich vergesse mein Handy. Gibt also kein einziges Bild – nicht vom Schweizer Wurstsalat, nicht vom leckeren Flammkuchen und keins vom Kerle, der ein übergroßes Bier trinkt (alkoholfrei selbstverständlich).
In Flammkuchen kann ich mich reinlegen. Okay, sie sind dünn. Einer mit Lachs, einer ganz klassisch und den veganen mit Pilzen haben wir dann doch nicht geschafft.
Pappsatt, mit leichtem Sonnenbrand, wespenumschwirrt und mit klebrigen Händen (weil ich schußelig, wie ich bin, die Genusslimonade umgeworfen und geistesgegenwärtig wieder aufgefangen habe) sind wir glücklich daheim angekommen. Und mein Handy lag auf dem Esstisch!
„Warum haben wir keinen Eiskeller?“, fragt Carsten und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Wiebke schwitzt still vor sich hin. „Oh, Mama, können wir in den Wald ziehen?“ Es ist heiß. Es ist brütend heiß. Die drei Tropfen Regen, die gefallen sind, haben den Boden nicht erreicht. Donnerrollen und einen Mordskrach hat es getan und dann ist das Wasser von oben rasant an unserem Dorf vorbeigezogen.
Wir schmelzen!
“Du Mama,“ Carsten bringt seinen Lieblingssommerspruch: „So ein heißer Sommer ist wie ein kalter Winter, wir kommen nicht raus!“ Des Kerles Kreislauf spielt verrück; er spuckt. Wiebke hat: „So komische Blitze am Auge!“ Mir machen die Gewitter in des Töchtings Gesichtsfeld mehr Sorgen! Mein Standardspruch: „Trinkt was!“ „Mama, du musst aber auch was trinken!“
In den Juniorenzimmern sind 28°C. Ich habe keine Ahnung wann die beiden ins Bett gehen können – und ob ich sie morgen völlig verkatert in die Lebenswerkstatt schicke, weiß ich nicht. Irgendwann muss Mensch ja mal schlafen. Tropennächte sind dazu nicht geeignet!