Kategorie: Gedanken

machen wir das so

Heute Morgen sehe ich auch wieder das Kreuz nicht, das auf dem Staufenberg steht. Wieder graue Suppe, aber diesmal kein nasses Bett. Dennoch Wäscheberge in der Waschküche. Im Akkord muss Minna arbeiten. Karl, der Trockner hat Mühe, nachzukommen.

Einen Scheiß habe ich heute Nacht geträumt. Von grünen Kindern, die in den Kreis gestellt werden und deswegen den Gig nicht mitmachen können. Vom vermeintlichen Mörder, der ins Kurvenhaus gedrängt wurde und sich seine blutende Hand ableckt, bis er merkt, dass das gar nicht seine ist. Am Straßenrain blühen Narzissen und Osterglocken und eine Dame sucht ihren Diamantring. Mein Eisenring um die Brust schnürt zu und ich such mir schon in Gedanken die Worte zusammen, die ich dem Notarzt sage.

Der Sonntagswecker klingelt – hab ihn vergessen auszuschalten und trink jetzt erst einmal meinen zweiten Kaffee.☕️

Samstag | fauler Tag

Inzwischen sind beide Betten nass. Es ist Mittag. Die Morgenverköstigung ist lange vorbei. Die faule Bande mag im Bett bleiben. Mein Pragmatismus siegt, die Junioren haben saubere frische Wäsche an, die Oberdecke ist umgedreht – es stinkt zwar, aber shit Happens – sonst alles in trockenen Tüchern! 

Jetzt nicht mehr. Jetzt deckt eine Decke die Pipi zu. Ist das falsch? Darf ich überhaupt einmal nicht das komplette Bett ab und wieder beziehen. Ich meine ja. Solange alle Beteiligten zufrieden sind, ist das völlig in Ordnung. Lieber als Stress und Geschrei, sind mir lachende fröhliche Menschen – Gestank hin oder her.

wenn einem die Höfl… – Fragment

Im Haus gegenüber – etwas weiter weg – geht das Licht aus, der Tag beginnt! Heute hat der Himmel eine einheitliche Farbe. Fast milchig weiß, mit einem kleinen Stich grauer Butter. Ein Trecker rast in einer Affengeschwindigkeit vorbei, dann ist’s wieder still. Der Regulator tickt unregelmäßig, ein Zeichen, dass die Uhr aufgezogen werden muss. Aus dem Töchtingzimmer quäckt Frieder, der nervige Hamster. Das Bett ist nicht nass, ich war rechtzeitig wach, um die kleine Frau aufs Klo zu setzen. 

Eine laute Stille rattert in mir: Wem werde ich nicht gerecht? Kann ich überhaupt jemanden gerecht werden? Ich wünschte, ich könnte den Menschen, die mir am Herzen liegen, das auch vorbehaltlos zeigen. Der Kühlschrank gluckert. Was man nicht alles hört, wenn man seine Aufmerksamkeit von sich abwendet? Allein das Brille hochschieben macht merkwürdige Geräusche. Ganz abgesehen davon, dass mein Darm blubbert. Stille ist nicht ruhig. Stille kann ein Erdbeben hervorrufen und meine Gedanken kreisen mal wieder um den sozialen Aufstieg, der vordergründig stattgefunden hat und dennoch nicht da war. Um dazuzugehören habe ich entweder alles gemacht oder mich total verweigert. Ich habe vermeintlich wohlwollenden Freunden das erzählt, was sie hören wollen und nannte es Höflichkeit.

Wessen Höflichkeit? Mein Verbiegen? Bin ich damit höflich zu mir selbst? Oder ist es einfach nur anbiedern? Der Wunsch dazuzugehören? Aber was für ein Preis? Ich bin nicht mehr gewillt für Dinge zu bezahlen, die ich nie bekommen werde.

Meine Ehrlichkeit ist gnadenlos – aber sie ist auch ein Selbstschutz und niemals der Höflichkeit geschuldet!

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