Kategorie: Behinderung

allein oder einsam

Ein Nichtgesehenwerden! Einsam unter Menschen – nein, stimmt ja nicht. In der Regel ist es so, dass ich, wenn ich unter Menschen/in Gesellschaft bin, weder allein noch einsam bin.

Es ist die Angst, allein gelassen zu werden mit all dem, was ich nicht bewerkstelligen kann, weil mich manche Dinge überfordern und auch Angst machen.

Aber ich wiederhole mich. Sage immer wieder dasselbe. Bekomme immer wieder dieselben Vorschläge. Die Angst bleibt. Die Erschöpfung verschwindet nicht. Der eiserne Ring um die Brust zieht sich mehr und mehr zu. Zeit zum Staunen wird knapp. Zeit, an sich selbst zu denken, wird nicht genommen, weil ja noch Getränke eingekauft, die Betten abgezogen und gewaschen werden, die Zimmer geputzt und das Laub auf dem Gehweg gekehrt werden muss. Ein Schemen verfolgt mich. Setzt sich auf mich und drückt mich nieder.

„Du musst doch nur Hilfe annehmen!“ Ja, welche?

Ich atme ein und aus. Viel zu schnell. Viel zu hektisch. Und eigentlich viel mehr ein als aus. Vor lauter Funktionieren vergesse ich, an mich zu denken, bekomme die Luft nicht wieder raus und beginne zu husten. Erst dann merke ich meine Überforderung körperlich. Merke, dass mich niemand hält, wenn ich mich selbst nicht halte. Doch ich bin mir selbst nicht genug!

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ich weiß ja auch nicht

Irgendwie ist das heute ein Trödeltag mit Druck. Erst baden beide Junioren ausgiebig und dann ist das Badezimmer völlig nass und jetzt geht‘s fast im Hurra weiter, weil wir nämlich am frühen Abend ein Konzert im Salzsiederstädtchen besuchen.

Nebenbei nervt mich der Kanzler, der nicht meiner ist. Die Vogelgrippe lässt die Eier teuer werden. Der US-Präsident? Muss ich über den schreiben? Die Mütterrente und die Ungleichbehandlung: Was hätte ich für eine Rente, hätte ich arbeiten können! Gestern war auch noch erster Tag pflegender Eltern

… ich nehme mir das Recht raus, keine Zeit zu haben!

der Himmel hat auch Platz für Mäuse

… und Katzen, die sie fangen!

09:15 Uhr – Das Bild sieht niedlich aus und der Text scheint es auch zu sein. Nicht wirklich! Denn Mäuse sind Gedankenfresser, oder eher noch Gedankenzerfresser. 

Mal wieder möchte ich mir einreden, dass wenn jemand Probleme mit mir hat, ich nicht unbedingt das Problem sein muss. Genauso ist es natürlich auch andersrum. Da ist zum Beispiel der Handwerker der den Weg vorm Haus pflastert. Handwerker sind generell nett und sehr freundlich, stressen mich aber dennoch und ich kann in der Zeit, in der er draußen werkelt auch im Haus nichts tun, weil ich mich beobachtet fühle. Natürlich tut er es nicht. Er hat gar keine Veranlassung dazu. Allein die Tatsache, dass ein fremder/anderer Mensch hier ist, lässt meinen Puls höher schlagen. 

Um Himmels Willen, was bin ich kompliziert!

Seit Tagen stecke ich wieder in diesem Autismusdings. Verstärkt hat es die Reaktion meines Töchting auf dem Geburtstag unserer Freundin. Diese Situation hat mich getriggert und hochgefahren – nur finde ich jetzt den Abfahrtsgang nicht.

Kuddelmuddelgedankenchaosbeitrag hoch drei. Aber wenn ich schon über Autismus schreibe, dann muss das so sein!

09:38 Uhr – einen Telefonanruf schiebe ich vor mir her. Niemand reißt mir den Kopf ab, schon gar nicht durchs Telefon. Aber ich habe Angst vor den Antworten und Konsequenzen. Das Leben schreibt Romane. Manche spektakuläre Geschichten werden gerne gelesen, aber erleben wollen wir sie nicht wirklich.

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