Kategorie: Alltag

einfach nur sitzen

Halb acht, mein Samstagswecker klingelt und heute klingelt er noch drängender. Um 13:00 Uhr müssen wir weg. Vorher beide Junioren noch baden, mittags die Geburtstagswanderung – hoffentlich wird’s nicht gar zu kalt – anschließend Dirndl anziehen und dann feiern. Klingt entspannt, ist es jedoch nicht. Bis ich meine Herrschaften motiviert habe, besonders den Kerle, weil erstens wieder Bundesliga ist, zweitens am Abend ein Heimspiel der Dorfhandballmanschaft und er drittens ja sowieso und überhaupt keine Zeit hat, da habe ich mir den Mund fusselig geredet.

Am liebsten täte ich hier sitzen bleiben, der nicht vorhandenen Servicekraft befehlen, mir einen Kaffee zu bringen, und zaubern. Hokuspokus fidibus. Stattdessen lieber ale-hop und los: aufstehen, anziehen, starten.

am Limit

Die Krankenhaustage haben mich geschlaucht. Das merke ich erst jetzt am Sonntagabend. Emotional, physisch, psychisch und überhaupt! All dies alleine zu verarbeiten, übersteigt nun doch meine Kräfte. Ich habe sehr wenig Zeit für meine eigene Erholung gehabt. Hilfe, um die ich gerufen habe, kam nicht. Ich habe nicht als Mensch versagt – das weiß ich – es sind die Rahmenbedingungen, die es so schwer machen, das Leben einfach zu meistern.

Nach außen sind die Junioren charmante, liebenswerte Menschen, nach innen auch. Aber sie haben Eigenschaften, die Fremde süß finden und die mich granatenmäßig nerven. Sprüche, die ich teilweise schon seit Jahrzehnten höre und die einen Triggerpunkt bei mir setzen, der meinen Puls in die Höhe schnellen lässt. „Hör doch einfach nicht hin!“ Das ist leicht gesagt und schwer getan.

Seit zwei Stunden predige ich, dass sie etwas trinken sollen – seit zwei Stunden gegen die Wand. Mein Limit für heute ist überschritten.

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… und dann bringen mich Flüchtigkeitsschreibfehler zusätzlich aus dem Gleichgewicht!

Frühmorgenssonntag

… oder sonntagsfrühmorgens, oder vielleicht auch nur Bettflucht. Bei mir ist das eher letzteres, aber auch Wäsche zusammenlegen.

Meine erste Tasse Kaffee ist leer. Ich habe ihn genossen. MamS hatte immer noch eine Zigarette in der Hand und hätte bei dem öseligen Wetter seinen Kaffee draußen trinken müssen.

Hier sitze ich nun, in eine hellgraue Kuscheldecke gehüllt – ich denke ernsthaft darüber nach, mir einen Bade- oder Morgenmantel zuzulegen – und mache nichts. Sitze und gucke, gucke und sehe durch die Oberlichter herbstlichen Nebel. Sitze und gucke mich um und lasse meine Gedanken treiben. Einfach so, wie sie früher die Sau durchs Dorf getrieben haben. Ganz nebenbei kommt die Sonntagsstimmung. Ich stehe auf und mache mir die zweite Tasse Kaffee und lege kleine Jeans, etwas größere Jeans und ganz große Jeans zusammen.

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