Gegen Mittag war sie da. Die Sonne. Milchig hinterm Gazeschleier. Aber kräftig und golden. Die Frau von nebenan in ihrem gelbgräulichbunten Mantel konnte nicht umhin, sie musste die Augen zusammenkneifen und blinzeln. Sie hat es geschafft dabei auch ein leises Lächeln herauszudrücken. Doch kaum hatte sie es bemerkt, war es auch schon wieder gut verschnürt ganz nach unten in den Rücksack verbannt worden. Warum nur geht die Frau zum Lachen (weiß sie eigentlich was das ist?) in den Keller? Ich sehe sie eiligen Schrittes gebückt, wie ein Hutzelweibchen, dabei ist sie gewiss 10 Jahre jünger als ich, davonrennen. Halt! Da liegt doch im schönsten Sonnenschein glitzernd ein verlorenes Armband. Für mich ist zu erkennen, dass es eins der vielen ist, die mein Töchting gerade am laufenden Meter produziert. Funkelnd mit herrlich leuchtenden Glasperlen. Tand! Nichts wertvolles! Halt schön anzusehen. Glänzend spiegelnd im Sonnenschein! Die Nachbarin erkennt, hält inne beim bücken, fasst gar nicht zu und gibt dem Armbändchen stattdessen mit der Hacke ihres Schuhs einen Schubs in die Gosse…
Kategorie: Allgemein
Alternativlos
Der Tag, die Stunde, der Moment sind gut, einfach weil sie da sind. Und weil es keine Alternative gibt. Mein Tag endet jetzt. Ich bin im Bett. Morgen habe ich einen Arzttermin beim Kardiologen vor dem mir graut. Ein Dreivierteljahr habe ich darauf gewartet. Dieser durch Zufall entdeckte Gendefekt bei mir – ich möchte wissen, ob meine Brustenge vielleicht auch daher kommt…
15. Januar
Der Boden war so kalt I…] und dann fällt da heute Morgen der Regen drauf – das ist einfach fatal.
Ein Eisspiegel ums Haus herum. Wir sind heil zum Bus gekommen, aber eigentlich war das der einzige Bus, der auch in die Lebenswerkstatt gefahren ist. – Nur zu Dokumentationszwecken.