Kategorie: Behinderung

Schlachtfeld

Wir haben gemeinsam gekocht: Spinat mit Kartoffelstampf! Bisschen Mangold hatte ich auch noch. Der Spinat war vorgewaschen, die Junioren haben ihn kleingezupft und gesagt: „Das essen wir nie auf!“ – Am Schluss war er ratzfatz weg. Für den Kartoffelstampf durften sie die Kartoffeln kleinschneiden und hatten Heidenrespekt vor den scharfen Messern. Aber besser scharfe Messer, die machen glatte Schnittkanten, als stumpfe Messer, die Risskanten verursachen. Es gab keine Verletzung, nur Fitzelkartoffeln und ziemlich schnell keine Lust mehr. 

Zum Essen waren beide wieder da!

Die Küche sieht grün und gelb aus. Mit Spritzern Sahne und Schmand. Lecker war‘s – und aufräumen tu ich nachher …

so schnell geht das

Eigentlich ist es schön. Urlaub planen für die Junioren. Ich mache noch nicht einmal den Katalog auf. Ich weiß nicht, was ich anmelden soll. In mir steigt Panik hoch. Es kann niemand verstehen. Wenn ich mich nicht bald mit den Junioren beratschlage und entscheide, sind die schönsten Reisen ausgebucht. 

Nein, ihr könnt das nicht nachvollziehen. Ich muss eine Entscheidung treffen. Über die Köpfe der Junioren hinweg, denn manche Reisen sind einfach nicht für rollstuhlfahrende Junioren geeignet. Ich habe Angst – und das ist nicht einfach so daher gesagt – etwas falsch zu machen. Deswegen prokrastiniere ich und das macht es einfach nicht leichter, eher schlimmer, weil nämlich die Zeit rennt.

Heute ist mir scheißelend zumute. Der Kerle und das Töchting ahnen nichts und sind zufrieden. 

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ein Bild als Nachtrag: So fühlt sich das an!

    … an anderen Tagen fühlen wir uns vollkommen überfahren.

Normalitäten

Bis hier wieder Normalität eintritt wird es noch ein bisschen dauern. Für die Junioren scheint jeder Tag, fauler Samstag zu sein. Sie trödeln im Bett herum und lassen sich ihr Trinken bringen und genießen ihr Faulsein. Und ich? Ich mache mir keinen Druck. Heute Nachmittag sind wir um halb zwei zum spazieren gehen verabredet. Das sind noch ungefähr drei Stunden und bis dahin habe ich die Bande längst angezogen und verköstigt.

Nebenbei ist mein Kopf leer. Nicht so leer, dass es mich stört – angenehm leer. Karl-Heinz unsere Spinne arbeitet fleißig. Meine Oma hat immer gesagt: „Wenn Spinnweben da sind, ist es ein gutes Raumklima!“ Das will ich mal glauben und im Moment auch nicht zerstören. Überhaupt wird putzen überbewertet. Vorlesen und miteinander spielen, quatschen, faul sein (da ist es wieder), singen (aber da meckert das Töchting, das darf ich nicht) ist viel wichtiger, als ernst sein und streiten. Alles zu seiner Zeit und es gibt ja nicht nur Blödsinn. Der Krieg in der Ukraine ist nicht weit. Carsten beharrt auf die täglichen Nachrichten und die Nachbesprechung dessen. Aber …

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