Gedanken, Gedicht, Kuddelmuddel

Schlecht gelaunt und doch so froh

Ingrimm

Eine wilde Fratze
Muss ich schneiden,
Denn dies Leben
Macht mir keinen Spaß.
Oh, ich möchte nur
Ein altes Rabenaas
Mit verrückter Wollust
In zehntausend Stücke reißen,
Und dann möcht ich
Hübsche Mädchenköpfe
Balsamieren mit verfaultem Tran
Oder andrer ekler Flüssigkeit.
Und dann möcht ich
In den Himmel springen
Und die Sterne fressen
Und zuletzt:
Den ganzen Lebensunsinn
Ohne weiteres vergessen
Und als Ätherwolke
Traumlos weiterschweben.
Dieses, glaub ich, wird mir
Noch einmal gelingen.

© Paul Scheerbart

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Was bin ich glücklich, dass ich dem Ruf der Nachbarin gefolgt bin und mit ihr gegangen bin, die Sterne zu fressen. Im Nebel zu wandern hieß es heute Morgen, nachdem mich diese und jene Abfuhr doch sehr gekränkt hat. Aber, so sage ich mir, das aber, das große Aber, das in Versalien geschriebene ABER war erdrückend. Liegt es nicht doch an mir, dass ich Allgemeinplätze nicht mag und dass mir Menschen zuwider sind, die Plattitüden von sich geben? Oder mögen das andere auch nicht und sagen es bloß nicht? Aber warum setze ich mich damit immer in die Nesseln, wenn ich klipp und klar sage, dass mir Schwurbelworte sehr heftig gegen den Strich gehen? Es tat gut mit einer zu gehen, die ähnlich tickt, wie ich. Die auch kein Blatt vor den Mund nimmt und die Fraktur (wenn ich schon Fachbegriffe anbringe) redet!

… und sonst so? Ist es eigentlich nicht mehr üblich, sich zu bedanken, wenn einem ein guter Hinweis gegeben wurde?