Gedanken, Gedicht

gewartet

Ich habe gewartet.
Ich bin Treppen gestiegen.
Ich habe Papierschiffchen gefaltet.
Ich habe etwas zerrissen.
Ich bin vor einem Spiegel gesessen.
Ich habe meinem Töchting beim Singen zugehört.
Ich habe gesungen.
Ich habe einen Gottesdienst im Radio angehört.
Ich habe geweint.
Um die Toten des vergangenen Jahres und um die davor.
Ich habe meine Erinnerungen hervorgekramt.
Ich habe mir alte Fotos angeguckt.
Mir wurde ein Bild des Familiengrabes geschickt.
Ich habe mich gefreut.
Ich habe auch gelacht.
Ich habe gebetet.
Ich habe vorgelesen.
Ich habe gelacht und zugleich geweint.
Ich habe meinen Frieden mit den Lebenden und den Toten gemacht.

Gedanken

Erinnerung

Ich erinnere mich an sie – die, die mit Stress umgehen und schwere Lasten tragen kann. Sie lächelt, obwohl ihr nach weinen ist und sie singt auch, wenn ihr nach weinen ist. Sie weint, wenn sie glücklich ist und lacht, wenn sie Angst hat. Nach außen – was innen ist, geht niemanden etwas an. Ihre Liebe ist bedingungslos.

Es gibt nur eine Sache, die an ihr falsch ist. Sie vergisst was sie wert ist!