… ist ein von mir ausgefüllter Fragebogen veröffentlicht worden!
Kaiserinnenreich – das ist ein Blog von Müttern, die pflegen.
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Jetzt werden wir uns erst recht zeigen, noch mehr auffallen, präsenter sein in der Öffentlichkeit und den Neidern – ja, es gibt tatsächlich Neider auf die Privilegien, die die behinderten Junioren haben, und sei es nur kostenlos im öffentlichen Nahverkehr fahren zu können, wenn wir es denn könnten und in den Bus kämen – wir werden den Neidern keine Angriffspunkte liefern und wir werden uns nicht verstecken.
Ich kenne doch tatsächlich Angehörige von behinderten Menschen die rechts – ganz weit rechts – gewählt haben. Wissen diese nicht, dass die AfD Behinderte ausgrenzt, ja wieder weg haben möchte aus der Öffentlichkeit. Mir ist übel, ich habe Angst! Meine Angst darf ich nicht zeigen, darf sie den Junioren nicht offenbaren und mache mir und ihnen dabei so viel vor. Natürlich merken sie, dass etwas nicht stimmt, dass ich angespannt bin und dass sich gesellschaftlich einiges geändert hat. Das liegt nicht nur daran, dass Freizeitbegleiter*innen fehlen! Auch. Aber warum fehlen sie? Wie oft seht ihr behinderte Menschen im alltäglichen Leben?
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Drückt mir die Daumen, dass ich gleich die Kraft finde mit den Beiden durchs Dorf zu gehen, um ein Eis im Café kaufen zu können. Heute bin ich noch ziemlich derangiert – meine Schulter muckt …
„Mama, bitte noch 10 Minuten!“ Es ist kurz vor sieben Uhr und eigentlich sollte der Kerle baden. Ich lasse ihn liegen. So kann er noch etwas länger schlafen. Das bringt zwar meinen gesamten Ablauf durcheinander, schafft aber zufriedene Menschen. Währenddessen hat sich mein Töchting ihr T-Shirt ausgezogen und bibbert: „Das Fenster ist auf, es ist kalt!“ Ich trage sie ins warme Bad und setze sie aufs Klo. Heute scheint die Toilette gewachsen zu sein, denn sie fällt fast rein. Auch sitzt sie völlig schief, klagt über Hüftschmerzen und weint bitterlich, als ich sie korrigiere. Also schnell anziehen und auf den sicheren Rollstuhl setzen. – Zwischennotiz: es fällt mir gerade ein, dass ich beiden ihre THC-Tropfen nicht gegeben habe. – Als sie endlich auf dem Rolli saß, lachte sie auch schon wieder!
Des Kerles 10 Minuten waren vorbei und ich schnappte ihn mir, um ihn anzuziehen und zu wickeln. „Och Mama, die Hose mag ich nicht. Gibts keine andre?“ Na klar gibts eine andere. Das war das Stichwort für Wiebke: „Mama guck mal, ich hab mich vollgeschmiert.“ Sehr genüsslich zeigt sie mir ihr verstecktes T-Shirt, das einen kleinen Kakaofleck hat. Ich zeige ihr den Vogel und ziehe den Hoodie runter.
Zum Frühstücken bleibt nicht viel Zeit, Kakao trinken und das Vesper einpacken. Der Kerle verirrt sich schon wieder in den Weiten des Weltalls und muss Galaxien retten. Das Töchting guckt aus dem Esszimmerfenster und beobachtet sehr genau, was und wer vorbeiläuft. Als der Werkstattbus endlich vor der Einfahrt steht und der Busfahren nicht sofort ins Haus kommt und stattdessen mit dem hilfsbereiten Nachbarn noch ein Schwätzchen hält, wird sie unruhig – es passt nicht in ihren Plan, dass J. nicht sofort zur Haustür kommt. Das bekommt er auch sofort zu hören! Er lacht es weg, der Mann ist einfach klasse. Aber dann muss noch das Bilderbuch mit und Carsten braucht ein bestimmtes Spielzeugauto und die Trinkflasche ist nicht bruchsicher verpackt und den Anorak will sie dann doch lieber daheim lassen …
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