Asperger Syndrom, Familie, Gedanken, Gedicht

Du-Botschaften

Du musst nur
Du sollst nicht
Du bist – denkt Euch was aus

Du könntest doch
Du darfst nicht
Du kannst – mich mal

Du machst immer
Du machst immer nicht
Du lässt mich – im Stich

Ich bin jetzt
völlig erschlagen
und weiß doch nicht
— was ich davon halten soll

© petra ulbrich

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Heute Abend ist mir, nach einer Mail das 4 Ohren Modell wieder eingefallen. Gerade Asperger-Autistinnen (was für ein doofes Genderwort) hören ganz besonders aufmerksam zu und sind von Zwischentönen dann noch verwirrter, als sonst sowieso schon, wenn sie Du-Botschaften um die Ohren gehauen bekommen!

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meine Freundin und ihre Musik

Wir mochten beide gerne deutsche Texte. Aber niemals Schlager. Der Plattenschrank ihrer Eltern war reich bestückt. Viel Playbach von  Jacques Loussier, aber auch Ingrid Caven.  Meine Eltern hörten kaum Musik und wenn dann Wanderlieder. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter mit uns in ein Konzert gegangen ist. Gesungen hat sie dennoch viel – Volkslieder aus der Mundorgel. Wir Freundinnen haben zusammen geschwiegen und gelauscht. Zarah Leander, Greta Garbo, später Reinhard Mey  – oft seine französischen Lieder – Jacques Brel und Adamo, Alexandra … Aber auch Opern, Kirchenmusik – nur niemals Schlager und Operetten und Musicals. Unsere Musik musste ernsthaft sein und wahrhaftig. Ganz schön vermessen für Teenager. Da sind wir wieder einmal aus der Reihe getanzt. Sind aufgefallen und abgestempelt worden, als die, die sich für was besseres halten.

… übrigens liebe ich diese weißen Vögel – das Lied. Georgette Dee hat es auch gesungen und noch ganz viele andere.

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Gedanken

Vielleicht unterscheiden wir irgendwann mal nicht zwischen stark und schwach. Menschen sind Menschen. Manche brauchen nur Unterstützung.

Manche Menschen brauchen ein bisschen mehr Unterstützung und manchmal hilft Coolness gar nichts. Dann stehst du zwar besser da, aber geholfen hat dir deine Haltung schlussendlich nichts. Es ist mir oft genug so ergangen. Ich habe getan, als ob ich alles selbst hinbekomme, habe ein Pokerface aufgesetzt und brauchte nicht einmal eine Maske – alle, denen ich so begegnet bin, haben mir abgenommen, dass ich unglaublich stark bin. Daheim, im stillen Kämmerchen habe ich am Abend heulend in der Ecke gesessen und war nur noch ein Häufchen Elend.

Es ist nicht so, dass ich jetzt immer frage, um Hilfe bitte – aber ich mache es öfter und damit gestehe ich mir eine Schwäche zu, die ich anderen auch einräume. Auf meinem Handy habe ich einen Spruch, der ein Profilbild von mir begleitet:

Ubuntu ungamntu ngabanye abantu – Menschen sind Menschen durch andere Menschen. 

Wir können alle nicht alleine leben und manche brauchen eben ein bisschen mehr Unterstützung!