Kuddelmuddel, Kuddelmuddel, ^

Dezemberabend

… es fällt mir zusehends schwerer, euch meinen Alltag zu vermitteln. Mir scheint, wir haben komplett andere Voraussetzungen.  Wie belastend oder auch schön unser Leben/mein Leben ist, kann ich nicht schildern, denn es ist immer nur eine Momentaufnahme – in Dauerschleife sieht alles anders aus.

Ich werde jetzt nicht ankündigen, mich zurückzuziehen – das tue ich dann sowieso nicht – aber ich werde wahrscheinlich ein bisschen schonungsloser und ruppiger werden. 

Carsten diskutierte um jeden Bissen, jede Aufforderung seine Musik bzw. Videos leiser zu machen. Wiebke verzieht sich in ihr Zimmer und macht ihr Ding – sie lebt in ihrer Welt. Die Pastorenfreundin kommt und möchte, dass ich ihr zuhöre, ihrer Krankengeschichte zuhöre. Das Murmeltier grüßt, dreht sich im Kreis, wacht morgens auf und Carsten diskutiert, Wiebke möchte kein Brot, aber auch kein Müsli und Obst eigentlich gar nicht, aber Käse will sie auch nicht und wenn der Busfahrer in der Tür steht, möchte sie dringend ein Leberwurstbrot. Carsten bringt ein Minifläschchen seiner Astronautennahrung wieder mit heim, die Freundin steht in der Tür und klagt, dass ihr die Hüfte schmerzt und der Rücken weh tut, sie seit Tagen Schmerzmittel nimmt und der Arzt sagt, dass sie das nicht sollte, sie aber keine Alternative hätte, ihr aber die Medikamente Magenschmerzen machen…

Ich höre zu, höre jedem zu – kann die Redeschwalle (ist das die Mehrzahl von Redeschwall?) nicht unterbrechen, weil dann von mindestens 2 Seiten – Wiebke zieht sich meistens erst einmal zurück – mir unterschwellig vorgeworfen wird, dass ich ja nie zuhöre!

Wenn ich kurz erwähne, dass ich kurzzeitig Rückenschmerzen hatte – während des Plätzchenbacken – wird das scheinbar nicht wahrgenommen. Jedenfalls hat niemand was dazu gesagt.

Eigentlich wollte ich jetzt im Bett sein, oder irgendetwas tun, was ich will. Stattdessen schreibe ich jammervolle Blogbeiträge und sehe aus dem Augenwinkel eine unaufgeräumte Bude.

Bin ich eigentlich der Depp hier?