Behinderung, Gedanken

unterwegs angekommen

Menschen, die ihre Behinderung verbergen, sind mit zweifach höherer Wahrscheinlichkeit ängstlich und fühlen sich mit vierfach höherer Wahrscheinlichkeit isoliert. Dies trägt zur Überlastung bei und kann die Burn-out-Waage zum Kippen bringen. Hinzu kommen finanzielle Zusatzbelastungen.

Raúl Krauthausen

Es ist ein Versteckspiel ohne Gewinner. Man hat die Illusion an eine Leistungsfähigkeit aufgebaut, die man nicht ohne körperliche und/oder seelische Kosten aufrechterhalten kann. Aber es ist schwer, zurückzurudern, die Maskerade aufzudecken und zu erklären, dass man in Wirklichkeit eine Behinderung hat, sich über seine Grenzen hinaus kaputt geschuftet hat und nun weniger leisten kann.

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Vorweg – ich bin angekommen in einem schönen Hotel. Müde bin ich sehr. Zum einen von der Autofahrt und zum anderen vom wunderschönen Oberschwaben. Bin schon einiges gelaufen! Ich genieße es sehr.

Im www. war ich auch schon und so komme ich zu den obigen Texten. Raúl Krauthausen hat etwas über den eigenen Ableismus geschrieben und ich als Mutter und eigene behinderte Person – denn Menschen im Aspergerspektrum sind auch behindert, werden behindert – also ich hatte beim lesen des Artikels ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Behindere Menschen werden älter und je älter sie werden, umso schwieriger wird es die Behinderung zu akzeptieren. Der Kerle sagt zwar immer, dass er über den Dingen steht, aber seine körperliche Verfassung wird fragiler. Auch beim Töchting merke ich es sehr. Mir persönlich fällt die Pflege der beiden Junioren auch nicht mehr so leicht, wie noch vor 40 Jahren. Manchmal will ich es nicht wahrhaben …

… und genau deswegen genieße ich es jetzt mich verwöhnen zu lassen. Ich glaube, ich hab’s mir verdammt verdient!

P. S.: Ich habe noch kein einziges Foto gemacht!

Veröffentlicht von piri

Ich danke fürs lesen. Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank! ✨ Ab sofort sind manche Kommentare geschlossen. Wer mag, darf mir gerne eine E-Mail schreiben.

5 Gedanken zu „unterwegs angekommen“

  1. Violine sagt:

    Und wie Du Dir das Verwöhnt-Werden verdient hast!!!
    Toll auch, dass Du es geniessen kannst. (So selbstverständlich ist das ja nicht.)

    Herzliche Grüsse!!

  2. Gerhard sagt:

    Ja, geniesse das Verwöhntwerden!

  3. C Stern sagt:

    Ich verspüre gerade deutliche Freude, dass Du Dich tatsächlich aufgemacht hast –
    ich wünsche Dir geradezu traumhaftes Genießen und Begegnungen mit freundlichen Menschen!
    Wunderbar, dass Du es gewagt hast, mögest Du Deine Flügel ausbreiten …
    ALLES LIEBE!

    PS: Deine Herausforderungen hast Du so beschrieben, dass ich eine Ahnung davon bekommen kann. So gesehen sehr aufschlussreich, danke für Deine Offenheit!

  4. Reni E. sagt:

    Das hast du wirklich verdient! Genieße die Auszeit in vollen Zügen!
    LG Reni

    1. piri sagt:

      Na ja, die vollen Züge! Sie sind nicht so voll unterwegs bin ich mit denen auch nicht – eher zu Fuß. Ist aber schön.

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