Kuddelmuddel

Gott erhalte mir meine Vorurteile

Nicht nur mir – aber vor allem den anderen Menschen, Leuten, Tieren.
Können Tiere auch Vorurteile haben? Ich weiß es nicht. Aber ich kämpfe jeden Tag mit Vorurteilen.

Da ist die alte Frau, die alleine lebt. Die niemanden hat, mit dem sie sprechen kann. Die immer wunderlicher wird. Warum? Will sie keine Kontakte? Kann sie es nicht? Ist sie gar scheu und meidet Menschen, obwohl sie sich nach deren Nähe sehnt?

Da ist der mittelalte schwarze Mann, der jeden anquatscht und Sprüche macht! Auch er ist immer alleine und guckt oft traurig.

Da ist der Straßenzeitungsverkäufer, der das Blatt nur hält und freundlich guckt. Der steht und wartet, einfach nur dasteht und abwartet. Warum hat er keine Arbeit? Hat er womöglich noch nicht einmal eine Wohnung? Was hat er gemacht, dass er auf der Straße steht und Obdachlosenzeitungen verkaufen muss?

Da ist das junge Mädchen mit dem blauen Auge. Ihre Kleidung sieht abgerissen aus, ihre Haare frisch gestylt. Die Jeans war bestimmt einmal sehr teuer und die Halskette, die sie trägt, sieht auch so aus.

,,, der Zeitungsverkäufer hat mir zwei Bonbons geschenkt und mir das Kompliment des Tages, für mein schönes Lächeln, gemacht.

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. Eine kleine Aufmerksamkeit bringt uns näher an unser großes Ziel!

2 Gedanken zu „Gott erhalte mir meine Vorurteile“

  1. C Stern sagt:

    Ein Beobachten, ein Hinterfragen und ein Interesse an Mitmenschen, kann man all das als „Vorurteile“ einordnen?
    Ich stelle mir auch viele Fragen zu manchen Menschen, die mir im öffentlichen Raum begegnen. Manchmal, das muss ich zugeben, ist allerdings auch schnell ein Urteil gebildet, z.B. wenn sich jemand rücksichtslos verhält.

    Vorurteile sind Möglichkeiten eines bewussten Denkens, insofern wohl eher menschlich. Tierisches Verhalten verbinde ich vor allem mit Instinkt.

    1. piri sagt:

      Es ist ja nicht die alleinige Beobachtung, es sind die Gedanken, die in unseren Köpfen rattern, ohne etwas über diesen Menschen zu wissen.

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