Alltag, Behinderung, Fragen

wieso weshalb warum

Wie lange ist es her? Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Was bedeuten schon die Jahre? Wer zählt sie überhaupt noch? Warum sind sie nur für mich so wichtig?

Heute am Morgen hätte ich gerne die singende Wiebke chloroformiert und fest zugedeckt. Warum muss sie ausgerechnet am Samstag um halb sechs in der Frühe so fröhlich sein? „Geh schnell aufs Klo und schlaf noch ein bisschen!“ „Mein Auge ist auch matsche, genau wie deins. Es geht nicht zu!“ „Meine liebe Tochter, meins geht nicht auf – das ist der feine, aber entscheidende Unterschied!“ Fakt war, mein Töchting war wach. Mit lauten quietschvergnügten lebenslustigen Liedern.

Ich hatte keine Alternative, als auch aufzustehen. Wenn ich denn wieder ins Bett verschwunden wäre, hätte diese kleine behinderte Frau alle fünf Minuten einen Grund gefunden mich zu rufen. Triftig wäre keiner gewesen, aber wäre ich nicht gekommen, hätte sie so lange geschrien, dass ich auch nicht mehr schlafen hätte können.

Dabei war ich die halbe Nacht wach. So sehr gerne hätte ich jemanden gehabt, der   mir für mein verquollenes Auge einen Kühlakku bringt.

… der Rest ist nichts für fremde Augen und Ohren!

Wann ist es soweit? Weshalb kommen Erinnerungen eigentlich immer in Wellen? Was ist Zeit? Warum vergisst man dies und das andere nie?

Der Tag war dann doch schön. Die Junioren sind zufrieden. Die Pastorenfreundin hat ausgiebig ihr Leid bei mir abgeladen. Sie hat’s auch sehr schwer! Der Kerle versteht nicht, warum seine Sprüche zwar die gleichen sind, wie ihre und meine, aber nicht so ernst genommen werden sollten. Ganz im Vertrauen: ich verstehe die Logik auch nicht!

Mein Gedanke ist, dass ich mir für mich so jemanden wie mich wünsche!

Veröffentlicht von piri

Ich danke fürs lesen. Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank! ✨ Ab sofort sind manche Kommentare geschlossen. Wer mag, darf mir gerne eine E-Mail schreiben.

7 Gedanken zu „wieso weshalb warum“

  1. Monsieurquirit sagt:

    Wenn Erinnerungen nicht in Wellen kämen würde man in der Flut ertrinken.
    Sich so zu mögen dass man sich gleich nochmals möchte zeigt einen authentischen Menschen.

    1. piri sagt:

      Oh ja authentisch bin ich sicherlich!

      Wellen könnten aber doch auch plätschern und bräuchten nicht unbedingt tsunamihaft daherkommen. Diese Wucht reißt einen aus der Bahn, in der man sich so kommod eingerichtet hat.

  2. Reni E. sagt:

    So jemanden wünsche ich dir auch!
    Schönen Restsonntag.
    LG Reni

    1. piri sagt:

      Herzlichen Dank

  3. momfilou sagt:

    Ein offenes Auge wünsche ich dir, wie dein Herz für deine Kinder immer offen ist!

  4. christineb sagt:

    Wiebke und Hermann van Veen 🙂

    Warum bin ich so fröhlich?
    So fröhlich, so fröhlich
    Bin ausgesprochen fröhlich
    So fröhlich war ich nie
    Ich war schon öfter fröhlich
    Ganz fröhlich, ganz fröhlich
    Doch so verblüffend fröhlich
    War ich bis heut‘ noch nie
    Ich bin auch schon mal traurig
    So abgrundtief traurig
    Dann bin ich schaurig traurig
    Dann tut mir alles weh
    Bin manchmal leicht neurotisch
    Psychotisch und chaotisch
    Labil und neogotisch
    Doch heut‘ bin ich ok
    Bin ich deshalb so fröhlich
    So fröhlich, so fröhlich
    Fast übertrieben fröhlich
    So fröhlich war ich nie……………..

    La, lalalala la, lalala la, lalala lalalala
    La, lalalala la, lalala la, lalala lalalala

    für mama mit lädiertem auge sehr anstrengend in aller früh. gute besserung dir!

    1. piri sagt:

      Ja, das Lied muss ich ihr beibringen.

Kommentare sind geschlossen.