Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

PEG

Das muss ich erzählen, denn es ist schön. Noch lange kein Happy End, aber nicht mehr diese große Angst. Die Angst, dass mir der Kerle vor Augen verhungert! Diese Entscheidung, eine PEG-Sonde legen zu lassen, war richtig. Sie nimmt mir den Druck raus, wenn auch mit der PEG nicht alles gleich gut ist. Es gibt immer noch Phasen, in denen ich zittere – besonders, wenn der Kerle unvermittelt anfängt zu husten. Oder, wenn das Töchting weint, weil sie das eine oder andere nicht essen bzw. trinken mag. Unser Leben ist nicht normal, wird es nie sein! Essen wird immer ein Thema bleiben, schon deswegen, weil man essen muss. Dabei mögen beide Junioren gerne ausgefallene Sachen – nur kann ich im Voraus nicht sagen welche. Kann sein, dass ich genau das verkehrteste anbiete. Da unterscheiden sie sich nicht von Kindern. Sie sind nur keine Kinder mehr. Das macht es kompliziert. Ich will und darf nicht über ihre Köpfe hinaus bestimmen, muss und will respektieren, dass sie einen eigenen (starken) Willen haben, der berechtigt ist. Ich muss aber auch dafür sorgen, dass sie gut versorgt sind. Ich muss Entscheidungen treffen, die nicht immer Wohlwollen hervorrufen. Frust gibt es auf allen Seiten. Zumindest ist der Kerle ernährungsmäßig sicher. Er wird nicht verhungern.

Nicht genug Nahrung zu bekommen, schwächt nicht nur den Körper. Auch die kognitiven Fähigkeiten leiden. Der Kerle war geistig überhaupt nicht mehr fit, er war, gelinde gesagt, völlig von der Rolle. Jetzt fragt er wieder. Jetzt redet er wieder. Jetzt interessiert er sich wieder für Politik. Jetzt wird es wieder anders anstrengend. Die PEG legen zu lassen, war eine der besseren Entscheidungen, die ich im letzten Jahr getroffen hatte.

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. Eine kleine Aufmerksamkeit bringt uns näher an unser großes Ziel!

21 Gedanken zu „PEG“

  1. Lakritz und Schokolade sagt:

    Juhu! Das macht mich froh und freut mich für euch, Petra!

    1. piri sagt:

      Hast du den Stein plumpsen hören? Einen Stein! Es gibt noch so viel andere!

  2. dergl sagt:

    Das liest sich doch wirklich sehr positiv. Freut mich!

    1. M. - K. sagt:

      Dieser Satz „Er wird nicht verhungern.“, man kann sich als Außenstehende*r gar nicht wirklich vorstellen, was das für eine Erleichterung sein muss!
      Ich freue mich mit über diesen positiven Eintrag, den Du mit uns teilen magst!

      1. piri sagt:

        Ja, wenigstens verhungert der Kerl jetzt nicht.

        Bitte, eine Bitte habe ich an dich: schreibe bitte einen komplett neuen Komm und antworte nicht auf einen der anderen.

    2. piri sagt:

      @ dergl. Ja, ich bin erleichtert.

  3. momfilou sagt:

    Du machst es richtig, denke ich.
    Wenn ich erlebe, wie meine Kinder zu mir halten, sage ich mir auch immer: „So viel kann ich nicht falsch gemacht haben!“
    Das zu wissen ist wichtig.
    Liebe Abendgrüße
    Gerel

    1. piri sagt:

      Ich mache so gut wie ich es kann.

  4. christineb sagt:

    ich bin so froh für euch, so froh, dass es carsten mit der peg wieder so viel besser geht und er viel frischer ist.
    alles andere bzgl. essen für die junioren muß eine ungeheure herausforderung für dich sein.

    1. piri sagt:

      Nicht nur eineHerausforderung, eine goße Belastung – und die ist lange nicht vom Tisch.

      1. christineb sagt:

        leider! würde mir für euch was anderes wünschen! vor allem für dich weniger mühe und sorge.

  5. Edith sagt:

    Ich musste erst mal googlen, was es ist. Also, Hut ab vor dir, sag ich da nur. Du hast eine Entscheidung getroffen, die ganz sicher nicht einfach war. Aber dass sie gut war, schreibst du. Ich freue mich für dich.
    Herzlichst, Edith

    1. piri sagt:

      Hätte ich die Entscheidung nicht getroffen, wäre sie für mich getroffen worden. Ob da besser gewesen wäre?

  6. Gudrun sagt:

    Es kann sich wahrscheinlich keiner von uns vorstellen, wie es für dich war, diese Entscheidung zu treffen. Um so mehr freue ich mich, dass sie richtig war und dass Carsten gut damit leben kann. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass es so bleibt.

    1. piri sagt:

      Es war verdammt schwer und ich bin herumgeschlichen wie die Katze um den heißen Brei.

      1. Gudrun sagt:

        Das kann ich gut nachvollziehen.

  7. piri sagt:

    Es wäre sehr schlecht, wenn sie nicht funktionieren würde. Fast gefährlich!

  8. fundevogelnest sagt:

    Das freut mich sehr!

    1. piri sagt:

      Glaub mir, mich auch!

  9. Ursula sagt:

    Ich bin so froh

    1. piri sagt:

      Ja, ich auch.

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