Behinderung, Gedanken

wütend

Mit der Trauer kommt manchmal die Wut!  Sehr wütend bin ich. Denn es versuchen einige Menschen mich gerade in die depressive Ecke zu drängen. Nein, ich mache Depressionen nicht klein – das ist eine sehr ernst zu nehmende Krankheit. 

Ich bin wütend, weil ich mir alles selbst zusammensuchen muss, ich immer wieder die Antwort bekomme, dass sie mir (Krankenhaus, Krankenkasse) nicht helfen können, weil es so einen Fall noch nicht gab und er somit nicht im Behandlungsplan steht. Die einzelnen Mitarbeiter:innen sind immer sehr freundlich, haben aber keine Entscheidungsbefugnis und verweisen mich an höhere Stellen. Ich fange wieder an zu erzählen und fange wieder an zu weinen. Beharrlich erreiche ich oft das, was wir brauchen. Es kostet Kraft. Kraft, die anderswo abgezogen wird. Ich wünsche mir Unterstützung. Wenn ich darum bitte, bekomme ich sie auch – nur manchmal fehlt mir die Kraft zu bitten und oft weiß ich gar nicht mal, worum ich überhaupt bitten darf, ohne zu viel zu fordern. Ich wünschte mir ein, von außen draufsehendes Auge und bin wütend auch auf mich, weil ich mich zurückziehe, statt laut zu werden. Aber um das sein zu können, braucht es auch Kraft. Die habe ich nicht. Das macht wütend. Wütend auch auf Vorschriften, Richtlinien und Regelwerke, die so und nicht anders behandelt werden können, weil Ausnahmen darin nicht vorkommen…

Wut ist ein Motor und diesen Motor setze ich in Gang und organisiere den heutigen Tag. Beide Junioren sind daheim – wir haben wieder Notstand!

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

7 Gedanken zu „wütend“

  1. karfunkelfee sagt:

    Unser tolles Gesundheitssystem…:-(

  2. Conny sagt:

    ..ich weiss es hilft nicht wirklich aber.. ich drück dich in Gedanken. Du bist stark. Du packst das.
    (Aber ich weiss auch, dass man nicht immer stark sein will und kann..)

  3. Reni E. sagt:

    Ich finde es bewundernswert, dass du deine Wut als Motor nutzt! Das ist alles andere als depressiv!
    Lieben Gruß
    Reni

  4. Gudrun sagt:

    Es gibt die unabhängige Patientenberatung. Die sind auch für Pflege zuständig. Vielleicht können die dir helfen oder dir sagen, wer dir helfen kann bei dem ganzen Bürokratiekram. Krankenkassen haben einen Sozialdienst. Und zu mir kommt zweimal im Jahr eine unabhängige Pflegeberaterin. Ich würde alle um Hilfe bitten, wenn ich nicht weiter käme, zumindest die Unabhängigen. Manchmal ist es gut, wenn das jemand ist, der unvoreingenommen ist und sich gut auskennt bei dem, was möglich ist. Nicht alles wird nämlich pupliziert.
    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du Unterstützung bekommen kannst.

    1. piri sagt:

      Hab ich alle schon durch, dennoch danke für die Tipps.

      1. Gudrun sagt:

        Ach, Mensch, du hast soviel sonst noch um die Ohren. Ich wünsche mir, dass dir jemand den ganzen Beantragungs- und ähnlichen Kram abnehmen kann.

  5. momfilou sagt:

    Ich verstehe deine Wut, die hätte ich in deiner Lage auch!!!
    Wieder bedauere ich, das ich so fern von euch bin und die Verhältnisse dort bei dir nicht kenne, so dass ich dazu verdammt bin, deine Wut in Hilflosigkeit zu teilen.
    Viel Kraft weiterhin und einen guten Abend wünscht
    Gerel

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