Behinderung, Gedanken

mein Zitat des Tages

Ich habe einfach zu viel Nische und passe deswegen nicht ins Konzept! | © petra ulbrich

Schon wieder ist mir jemand entflogen – Mainstream bin ich nicht, werde ich auch auf meine neuen Tage nicht werden. Ich bin ich.

Wir

Ich bin ich und du bist du.
Wenn ich rede, hörst du zu.
Wenn du sprichst, dann bin ich still,
weil ich dich verstehen will.

Wenn du fällst, helf ich dir auf,
und du fängst mich, wenn ich lauf.
Wenn du kickst, steh ich im Tor,
pfeif ich Angriff schießt du vor.

Spielst du pong, dann spiel ich ping,
und du trommelst, wenn ich sing.
Allein kann keiner diese Sachen,
zusammen können wir viel machen.

Ich mit dir und du mit mir –
das sind wir.

© Irmela Brender

Das Gedicht ist aus einem Schulbuch. Ich lese hin und wieder Schulbücher – auch manchmal vor. „Dass du deinen Kindern immer noch vorliest, das finde ich gut!“, höre ich öfter. Aber immer öfter erzähle ich außerhalb der Behindertenblase gar nichts mehr von meinen Kindern. Einerseits gut, andererseits bedrückt es mich. Und es fällt mir auch nicht leicht hin und her zu twitchen. Aber ich habe in den Stunden, in denen ich ganz was anderes zu tun habe, meine Gedanken ablenke und etwas für meinen Geist tue, keine Angst. Da kann ich sie vergessen. Natürlich holt sie mich schneller ein, als mir lieb ist und kaum bin ich aus dem Kokon geschlüpft, schlägt sie mit voller Wucht zu – unbarmherzig und manchmal brutaler denn je.

 

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

12 Gedanken zu „mein Zitat des Tages“

  1. Gudrun sagt:

    “ … auf meine neuen Tage …“ Die Formulierung gefällt mir sehr und ich nehme sie mir mit.

    1. piri sagt:

      Sind die Tage, die kommen, nicht alle neu?

      1. Gudrun sagt:

        Doch, das sind sie. Und ich finde deine Formulierung viel besser als die bekannte Bezeichnung „auf meine alten Tage“.

      2. Reni E. sagt:

        Das ist ein sehr schönes Gedicht.
        Ich wünsche dir dir ein angstfreies Wochenende.
        LG Reni

        1. piri sagt:

          Passt schon, kriege ich hin!

  2. _Su_ sagt:

    Jeder Mensch ist doch einzigartig und das ist doch schön so.

    1. piri sagt:

      … manche sind mehr im Strom als andere!

      1. _Su_ sagt:

        wenn ich was von jemanden will, muss ich mich anpassen, sonst bekomme ich „es“ nicht. Dann lebe ich mit den Konsequenzen.

        1. piri sagt:

          … und wenn ich nicht will, mache ich es bewusst nicht!

  3. Verwandlerin sagt:

    Ich brech zusammen vor Lachen! Supercooles Eingangszitat von dir!

    1. piri sagt:

      Danke 😉

  4. _Su_ sagt:

    Zitat piri: „und wenn ich nicht will, mache ich es bewusst nicht!“

    Ich schrieb ja nichts anderes, dann muss ich auch bewusst mit den Konsequenzen leben und kommt vermutlich nicht an mein Ziel.

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