Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel, Musik

Der Tag beginnt früh

Manchmal ist früh, wirklich früh, auch wenn es nicht so scheint und ich eigentlich wieder ins Bett gehen möchte.

Um 04:33 Uhr bin ich aufgestanden – ich weiß das so genau, weil mir mein Festnetztelefon ins Gesicht geschienen hat – hab mir Kaffee gemacht. Weil es die letzten Bohnen in der Maschine waren, wurde ein Bliemschenkaffe draus. „Na gut“, hab ich gedacht, „werde ich gleich um sieben einkaufen!“ Nur, da habe ich die Rechnung ohne meine Tochter gemacht. Sie ist wach und will beschäftigt werden. Aufstehen nicht! Einen Kakao trinken. Ein bisschen ‚irgendwas‘ essen – nur was bekomme ich aus ihr nicht heraus! Banane nicht, aber auch kein Brot und Müsli? „Nee, Müsli will ich nicht!“ Aber Kekse auch nicht und Chips gibt’s morgens noch keine. Aber was will sie? „Weiß ich doch nicht Mama!“ Ich weiß nur, dass ich Kaffee einkaufen möchte. Jetzt ist kurz nach neun und mein Töchting liegt immer noch im Bett, der Kerle hat im Nullkommanichts eine Aufbaunahrung weggewuppt und pennt schon wieder in Morpheus Armen, ich habe endlich meine Kaffeebohnen gekauft und für mein Mädchen noch Schokolade. Heute Nachmittag basteln wir und vielleicht gehen wir auch etwas spazieren. Morgen habe ich Hochzeitstag, nur eben schon so lange allein. Ich werde alt! Damit habe ich ein Problem, das gestehe ich mir ein – ich würde gerne nicht allein sein. Ich höre Georges Moustaki:

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

3 Gedanken zu „Der Tag beginnt früh“

  1. dergl sagt:

    Ich kann mir das Wort „weggewuppt“ nicht erklären. Wenn das etwas bedeutet wie „weggetrunken“, also dass Carsten im Nullkommanix eine Aufbaunahrung weggetrunken hat, dann ist es ja auf jeden Fall schon mal positiv und dann darf man, finde ich, auch nochmal ins Bett gehen.

    1. piri sagt:

      wuppa und die daraus abgeleiteten anderen Worte, ist ein geflügeltes Wort bei uns!

  2. christine b sagt:

    das erfreut mein herz, dass carsten morgens in windeseile seine nahrung getrunken hat und durchs wiedereinschlafen bestens verdaut hat! wiebke war sicher mit der schoki sehr zufrieden und du mit den cafebohnen, die wieder im haus waren. schönes wochenende!

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