Behinderung, Gedanken, Gedicht

Grabrednerin

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

Mascha Kaléko: Verse für Zeitgenossen

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

10 Gedanken zu „Grabrednerin“

  1. boma sagt:

    auf mein grab können die trauergäste getrost pissen. und eine grabrede verbitte ich mir!

    1. piri sagt:

      Wenn das dein Wille ist, dann ist das so! Ich fände es nicht schön.

  2. Pe sagt:

    Ich bin da ganz bei dir… Grabreden sollten ganz an die betreffende Person angepasst werden… und btw empfinde ich deine Stimme nicht als depressiv…
    Ich persönlich möchte für mich mal keinen Grabredner, jeder meiner Freunde darf was sagen wenn er möchte wenn er nicht möchte ist das auch okay.
    Und vielleicht möchten alle danach noch in lustiger Runde zusammen sitzen, ein Bierchen auf mich trinken und sich an all die lustigen Erlebnisse mit mir erinnern…
    Und wer weiß: Vielleicht sitze ich ja ohne meine körperliche Hülle dabei und lache herzlich mit…

    1. piri sagt:

      An nicht nur eine Trauerfeier kann ich mich erinnern, da waren die Gäste anschließend stockbesoffen und es war richtig gut. Bei der Trauerfeier meines Mannes hat die Band in der die Junioren mitspielen Knockin‘ On Heavens Door gespielt und einige Leute haben erzählt.

  3. freiedenkerin sagt:

    Ich kann mich noch gut an die Beerdigung meiner Oma mütterlicherseits erinnern. Unsere sehr vielköpfige Familie traf sich danach zum Leichenschmaus. Einer meiner Onkel, ein Original sondergleichen, fing nach einigen Bierchen an, Anekdoten aus dem Leben meiner außergewöhnlichen Großmutter zu erzählen, und schon bald lachten wir allesamt Tränen…
    Mir persönlich ist es ziemlich egal, ob auf meiner Beerdigung Reden gehalten werden oder nicht. Ich möchte nur in guter Erinnerung behalten werden. 😉
    Liebe Grüße an dich und die Junioren!

    1. piri sagt:

      Auf dem Dorf ist das immer noch üblich!

  4. momfilou sagt:

    13 Jahre lang war ich eine begehrte Trauerrednerin. Dann konnte ich nicht mehr mit dem Auto fahren und es war vorbei, leider. Ich habe viele „meiner Witwen“ auch später noch besucht, um ihnen in der Trauerzeit zu helfen (Witwenrente beantragen, bei Ämtern abmelden usw.)
    Meine Stimme ist schon in der Grundschulzeit durch die Laienspielgruppe geschult worden. Als ich zum Lehrerstudium kam, musste ich die Rede stellvertretend für die Studenten bei der Immatrikulationsfeier vor 600 Leuten etwa halten. Auf Grund dieser Rede wurde ich von der Stimmbildnerin für das ganze Studium von den Seminaren bei ihr befreit…
    Die Trauerfeiern hielt ich, weil ich von Gästen in der von meinem Mann und mir betriebenen Gaststätte dazu aufgefordert wurde, und es sich dann im Saarland und bis in die Pfalz herum sprach.
    Eigentlich rührte meine innere Einstellung dazu aus dem Dank an eine Psychotherapeutin, die mich nach 30 Jahren heulender Trauer um mein tödlich verunglücktes Söhnchen von den Tränen befreit hat.
    Auch hatte ich durch diesen geliebten Toten die entsprechende Empathie, wenn zum Beispiel Eltern und Großeltern am Grab standen und meinten, sie wären doch erst einmal „dran“ gewesen.
    Je nachdem wie alles verlaufen ist habe ich auch oft am sogenannten „Leichimbs“ teilgenommen.
    Dass du so sehr um deinen Kerle fürchtest, kann ich gut nachvollziehen. Doch, liebe Petra, es kommt, wie es kommen muss und wir müssen uns so gut wie möglich dreinfügen!
    Ich wünsche, dass das noch lange nicht passiert und wünsche den „drein aus Flein“ einen schönen Sonntagabend!
    Gerel

  5. wildgans sagt:

    Deine Stimme ist für mich die schönste und feinste, die ich bisher aus dem „Netz“ heraus gehört habe!
    Gruß von Sonja

    1. piri sagt:

      danke

  6. karfunkelfee sagt:

    Du hast doch keine traurige Stimme? Pfff…So ein Stuss…. Alles bloß Neid.
    Deine Bilderbuch-Erzähler-Stimme rezitiert perfekt, Du kennst meine Meinung dazu…Du könntest glatt Geld damit verdienen…(ehrliche Meinung)
    Was Du über den Kerle schreibst…
    …alles was mir dazu einfällt sind alberne blöde Phrasen, ein ganzer Müllhaufen voll.
    Ich kann nur mit Dir hoffen und wünschen.
    Liebe Grüße
    Amélie

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