Gedicht

nur ein Gedicht

Unaufhörlich

Dumm
sich
die Tränen
zu trocknen
bevor man
aufhört
zu weinen

Aber
man muß sie
trocknen
um zu versuchen
ob man nicht doch
aufhören kann
zu weinen

Oder
man darf
überhaupt
nicht mehr
aufhören
wollen
zu weinen

Erich Fried

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

3 Gedanken zu „nur ein Gedicht“

  1. momfilou.wordpress.com sagt:

    Hallo Petra,
    ein fabelhaftes Gedicht hast du da gefunden! Manchmal möchte ich nicht aufhören zu weinen, über all das, was um mich herum an Unrecht geschieht, um den Schmerz, den niemand heilen kann, und ja, auch ein wenig Selbstmitleid, weil ich hier liege und mich nicht wehren kann gegen den Gedanken: Niemand braucht mich, nirgendwo kann ich helfen. Arm wie eine Kirchenmaus, schwach und verletzlich…

    Einen schönen Abend euch drein in Flein wünscht
    Gerel

    1. piri sagt:

      Erich Fried war ein unbequemer Mensch, aber seine Gedichte treffen bei mir immer ins Schwarze!

  2. Der Emil sagt:

    Jaja, der Fried. Der Wahrheitsdichter.

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