Behinderung, Gedanken

was ist es?

Überfordere ich euch Leser*innen? Überfordere ich euch mit meiner Überforderung? Aber nicht nur hier im Blog spüre ich es, auch im realen Leben. Da melden sich Menschen nicht, von denen ich mir Hilfe erhofft habe – ja, die ich explizit um Hilfe gebeten habe. Die Sachbearbeiterin der Krankenkasse hüllt sich genauso in Schweigen, wie der Mitarbeiter der Lebenswerkstatt. Mir scheint, das Dreiaffenprinzip ist immer eine gute Lösung! Nur nicht für mich und für die anderen auch nicht. Denn ich frage nach! Leider habe ich dennoch keine hilfreiche Antwort bekommen – eher ein Wischiwaschi als eine klare Aussage.

Bin ich zu direkt? Stößt es vor den Kopf, wenn ich schonungslos und unverblümt schreibe. Wäre es nicht besser anders? Aber was ist anders? Wenn die Angst immer mitspielt. Aber ich muss sie mitspielen lassen, denn nur so habe ich sie unter Kontrolle …

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

9 Gedanken zu „was ist es?“

  1. SamyBee sagt:

    Für mich dient der Blog der Entlastung und zum Sortieren meiner Gedanken. Wenn das jemand nicht lesen möchte, muss er es ja nicht anklicken.
    Über Deine Leser*innen solltest Du Dich wirklich nicht auch noch sorgen!
    Liebe Grüße!

    1. piri sagt:

      Ja, du hast ja recht!

  2. karfunkelfee sagt:

    Mich jedenfalls überforderst Du als Leserin nicht. Irgendwo muss das, was sich in Dir anstaut, ja hin. Gut, nicht immer fällt mir etwas zu sagen ein, da kann ich dann nur stumm mit Dir mithoffen…

  3. dergl sagt:

    Vorab: Ich weiß, du wartest noch auf Mail wegen Paket, das geht aber gerade nicht. Warum ist in den Nachrichten. Ist nicht böse oder ignorant gemeint, dass die mir Eltern von O. nicht antworten und ich dir deshalb nicht antworten kann, aber die müssen das jetzt erstmal verarbeiten. Die hatten Angst, ihnen drückt es die Wand weg.

    Ich persönlich finde das Direkte sehr gut und ich finde auch nicht, dass du überforderst. Das hat aber damit zu tun wie Blogs behinderter Menschen sehe bzw. wie ich finde, dass die rezipiert werden sollten. Keine behinderte Person (egal welche Behinderung) und keine angehörige Person behinderter Menschen (egal welche Behinderung), die ich kenne macht ihr Blog oder ihre Social Media-Aktivitäten, um andere Leute zu unterhalten oder nach dem Motto Stell ich halt irgendwas ins Netz. Es wird Leute geben, die das tun und das ist auch okay, ich kenne aber niemanden und kann deshalb nichts zu den Motivationen dahinter sagen. Die allermeisten Dinge sind sehr durchdacht und teilweise richtig Arbeit. Es gibt entweder direkte Aufklärung (mit der indirekten Folge, dass die noch nicht selbst betroffenen Leute etwas lernen und das dann auch anwenden) oder es gibt Leute wie dich, die offen aus ihrem Leben erzählen. Man kann nie verhindern, dass das auch irgendwer zur Unterhaltung oder als sinnbildlichen Autounfall liest, aber normalerweise ist doch der berechtigte Anspruch solcher Blogs, dass auch da noch nicht betroffene Menschen, die mitlesen sich mit dem. Was sie lesen beschäftigen, das reflektieren und zumindest gegenüber der schreibenden Person auch anwenden. Oder eben Austausch zwischen Betroffenen, das gibt es ja auch.

    Du bist Autistin, das weiß jede Person, die hier liest, denn du sagst es immer wieder und es steht in deinem Profil… also muss, eines Erachtens nach, sich auch niemand hier Lesendes wundern, dass du wie eine Autistin kommunizierst. Es ist leicht recherchierbar, dass Autist:innen sehr direkt sind. Wer an der Person hinter dem Blog Interesse hat, fragt das oder googelt kurz. (Abgesehen davon: Was hast du davon, wenn du in deinem eigenen virtuellem Wohnzimmer dich verbiegen musst? Wie viel Macht gibst du dann anderen Leuten darüber, ob es dir gut geht oder nicht?) Und genau so, wenn du über euren Alltag oder Carstens schlechten Zustand erzählst.Wer wirklich an euch Interesse hat, hält das aus. Sonst könnte ja auch irgendwo anders gelesen werden, wenn es jemandem nur um Unterhaltung oder Smalltalk geht.

    Wie gesagt, persönliche Meinung nach zehn Jahren mit eigenen Blogs.

  4. Pe sagt:

    Mich überforderst du nicht… weißt du ja aber auch bestimmt.

  5. Verwandlerin sagt:

    Jeder ist halt, wie er ist. Ich weiß manchmal nicht, was ich sagen soll, lese deinen Blog aber regelmäßig. Du magst keine Ratschläge, ich finde es oft hilfreich oder tröstlich, was die Leute mir schreiben. Jeder ist eben anders.

    1. piri sagt:

      Ja, aber du kannst mir doch keine Ratschläge geben. Einerseits bist du nicht in meiner Situation und andererseits, kennst du auch die Problematik gar nicht, kannst aus der Entfernung die Bredouille gar nicht einschätzen. Das kann eventuell nur jemand, der die Thematik genau kennt! Aber dennoch danke für deine Kommentare!

      1. Verwandlerin sagt:

        Ich will dir gar keine Ratschläge geben. Ich stelle nur fest, dass dich vieles aufregt, was andere hier kommentieren und deswegen fühle ich mich manchmal, als müsste ich wie auf Eiern laufen, wenn ich meine Kommentare formuliere. Gleichzeitig bittest du aber um Kommentare und Austausch und ich bin ja auch jemand, der ganz gerne kommentiert. Aber ja: ich habe immer das Gefühl, sehr aufpassen zu müssen, wie ich formuliere, weil du oft thematisierst, dass dich viele Kommentare, die du erhältst aufregen.

        1. piri sagt:

          Hast ja recht – in allen Punkten. Es ist sehr ambivalent – einerseits und andererseits. Ich bin autistisch und unterscheide sehr genau!

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