Behinderung, Gedanken

gut gemacht

Eigentlich ist eigentlich ja ein Füllwort, aber ich mag sie  – diese Füllwörter. Jedenfalls eigentlich!

Also! Eigentlich ist dieser Tag noch nicht zu Ende und doch möchte ich sagen, dass wir ihn gut gemeistert haben. Mit viel Angst im Nacken, mit Bauchweh meinerseits und Fingernägelkauen. Heute Morgen habe ich einfach gemacht. Habe den Kerle in die Badewanne gesteckt, das voll gespuckte Bett abgezogen, habe ihn gelassen und habe nicht auf ihn eingeredet. Später habe ich Tee gekocht. Erst einen Magen-, Darmtee. Habe jeden Schluck dem kleinen Mann in den Mund geredet, nebenbei mein Töchting aus dem Bett geholt, sie angezogen, ihr ein Frühstück bereitet, ihr jeden Bissen und jeden Schluck eingeredet. Habe Betten gewaschen, der Angst eine lange Nase gezeigt, mich zum Kerle auf die Decke gesetzt und Salzstängelchen angereicht. Immer eine, immer wieder und noch eine. Beobachtet von mir bekam er immer wieder ein Salzstängelchen. Später noch einen Hustentee und mein Klops im Bauch wurde zwar nicht kleiner, aber stiller. Eingeschüchtert hat sich die Angst ins hintere Eck verkrochen, immer auf dem Sprung ganz schnell wieder im Mittelpunkt zu stehen. Drei Bröckelchen eingelegten Schafskäse hat er noch gegessen und ein halbes Ei – und vier Buchstabenkekse! Der Kerle ist ansprechbar und guckt jetzt Videos von Spielzeugautos, die man fernsteuern kann. Dem Töchting habe ich Bilderbücher vorgelesen, nebenbei habe ich vergessen zu trinken, dafür bluten meine Nagelsäume. Er sagt, es geht ihm gut. Sie sagt, ich solle sie erst mal in Ruhe lassen. Ich beziehe Betten und sehe mein volles Glas schon wieder nur von weitem.

Dieser Tag ist noch nicht zu Ende. Aber er wird nicht in einer Tragödie enden. Inzwischen habe auch ich etwas getrunken und wenn die Junioren im Bett sind, dann werde ich mir einen großen GinTonic  einschenken und bestimmt sehr früh in meinem Bett versinken …

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...