Behinderung, Kuddelmuddel

Bulletin | Juni

Chaos pur! Geh nie mit zwei Rollifahren notfallmäßig ins Krankenhaus, es kann nur Chaos dabei herauskommen! Stichworte – damit ich es selbst nicht vergesse:

  • alles ausgekotz, bis Galle kam
  • dehydriert, unterzuckert und apathisch
  • 112 gewählt, Rettungssanitäter nehmen Carsten mit ins weiter entfernte Krankenhaus, weil das hiesige Wiebke nicht mit hineingelassen hätte
  • Notfallstation völlig überlastet, diensthabende Ärztin am äußersten Limit ihrer Kräfte, vermutlich aber schon drüber raus
  • warten, warten, warten, nichts passiert
  • diskutieren, dass Carsten nicht allein im Krankenhaus bleiben kann und Wiebke nicht allein daheim
  • röntgen, ohne Befund
  • Infusion und Magenschutzmittel intravenös
  • Gastroskopie angeordnet, keine Kinderschläuche vorhanden
  • warten und wieder diskutieren
  • Personal überfordert und Wiebke inzwischen auch überfordert
  • ich auch, versuche aber die Ruhe zu bewahren
  • Hunger und Durst bei Wiebke
  • heimgefahren
  • morgen wieder kommen
  • wenigstens nicht mehr lebensbedrohlich
  • meine Befürchtung ist, dass bei der Untersuchung nichts entscheidendes herauskommt
  • Angst, pure Panik – auch vor dem Gesundheitssystem in Deutschland
  • furchtbar viel Bürokratie und geholfen hat der ganze Trubel schlussendlich nichts
  • außer, dass der Kerle jetzt Flüssigkeit im Körper hat
  • alle Beteiligten haben ein sehr ungutes Gefühl

Die Liste ist ausbaufähig. Aber, ich denke, es reicht auch so schon! Jetzt versuche ich noch jemanden zu organisieren, der/die morgen früh mit Wiebke hier daheim bleibt. Sonst muss ich sie wieder mitnehmen!

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

6 Gedanken zu „Bulletin | Juni“

  1. M. - K. sagt:

    Ich kann nicht helfen. Lese und spüre die Bedrohung, die Angst, die Hilflosigkeit.
    Ich habe Dich gelesen. Würde Dir und Euch gerne einen Schutzschirm aufspannen, helfen kann das aber nicht, nur das wahrnehmen zeigen.
    Wünsche für morgen Hilfe im Krankenhaus, Unterstützung für Wiebke, ausgeruhte, achtsame Helfer morgen.

  2. Reiner sagt:

    Oh Mann, es kommt dicke.
    Das tut mir leid für dich, für euch.
    Hoffentlich findet sich Hilfe, organisatorisch und medizinisch.

  3. Christel sagt:

    Musstest du unterschreiben, dass du Carsten auf eigene Verantwortung wieder mit nach Hause nimmst?
    Ihn nicht dort zu lassen war und is sicher besonders gefährlich in dieser Notsituation?
    Die Flüssigkeit die nun in Carstens Körper gelangen konnte wie kam sie denn nun hinein in seinen Körper?
    Hoffentlich gibt es weiterhin gute medizinische Hilfe für Carsten.
    Es war eine schwierige Situation für dich und die Kinder allerdings auch für das Personal dort im Krankenhaus.

    Meine guten Wünsche für Euch.

  4. dergl sagt:

    Ach, Scheiße, Mensch. Viel Kraft euch allen dreien!

  5. isa sagt:

    Eine Option, wenn du nicht weiterkommst. Magst du vielleicht dort deine Not schildern und fragen, ob es eine medizinische Ambulanz für seltene Erkrankungen in deiner Nähe gibt, die auch erwachsene Schwerst- und mehrfachbehinderte annehmen können? Ich kann mir vorstellen, dass die fachlich besser vernetzt sind als normale Ambulanzen für seltene Erkrankungen.
    https://www.uniklinikum-leipzig.de/presse/Seiten/Pressemitteilung_6445.aspx
    Oder einen Versuch in einer Klinik für Diagnostik wie die in Wiesbaden starten?
    Ich wünsche dir so sehr, dass du für Carsten etwas bewirken kannst, was euch auch weiterhilft.

    1. piri sagt:

      Danke isa für den Link! Es war keine geplante Untersuchung und deswegen das Chaos. Schlussendlich konnte der Gastroenterologe bei der Magenspiegelung keine besondere Reizung erkennen. Er hat eine Vermutung, die ich aber mit unseren Hausarzt besprechen kann.

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