Gedanken

Wo sind sie?

Es gibt Menschen, die ich vermisse, Menschen, die mich eine Zeitlang begleitet haben und die plötzlich verschwunden sind. Menschen, deren Blogs von heute auf morgen gelöscht sind oder deren Blogs einfach nicht mehr beschrieben werden. Von einigen weiß ich, dass es ihnen gut geht. Von anderen vermute ich es. Von wieder anderen weiß ich, dass diese Menschen nicht mehr da sind – sie sind gestorben! Einige waren krank – an Leib und Seele. Von einem weiß ich sogar, dass er sich selbst das Leben genommen hat. Niemand konnte ihn davon abhalten, weil niemand wusste, wie es tatsächlich um ihn stand. Er war nach außen hin sehr fröhlich und schien optimistisch.

Nicht nur liebgewonnene Blogger sind verschwunden. Auch andere Menschen sind nicht mehr da, haben sich anders orientiert – ich wurde verlassen und habe verlassen! Denn auch ich bin für so manchen Menschen nicht mehr da. Dass Menschen sich auseinanderleben, ist normal und auch gut so. Aus Gewohnheit beieinanderzubleiben kann sogar krank machen. Bei mir ist es so, dass ich, bevor ich verlasse, lange an einer Beziehung festhalte – gerade merke ich, das tut mir überhaupt nicht gut. Und es tut mir noch weniger gut, wenn jemand klammheimlich verschwindet und mich stehen lässt, ohne zu sagen, warum er oder sie gegangen ist …

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Eine langjährige Begleiterin ist verschwunden und nicht auffindbar!

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

6 Gedanken zu „Wo sind sie?“

  1. Christa+Hartwig sagt:

    Blogger sind halt auch „nur“ Menschen. Man kann sich das nicht oft genug klar machen. – Sie sind verletzlich und können verletzen, vermissen und werden vermisst, …

  2. Sonja sagt:

    Christa hat es gut auf den Punkt gebracht!
    Jetzt überlege ich, wer fehlt, und mir fällt Franziska ein mit ihrem Gartentageblog, die Schweizerin, die in Kanada lebte, gleich schau ich mal nach…

  3. Grinsekatz sagt:

    Menschlich, leider. Mir ging es ähnlich, auch ich bin gegangen und bin verlassen worden. Beständigkeit und Standvermögen habe ich, nur in geschäftlichen Beziehungen dulde ich keine Unzuverlässigkeit mehr. Überhaupt – wer mich privat hinhält, vertröstet, mich drauf setzt oder auch schlicht sich weigert, mit mir über seine Beweggründe zu kommunizieren – von solchen Menschen trenne ich mich.

    Ja, und manchmal stecken auch tragische Schicksale hinter manchem Verschwinden, leider.
    Liebe Grüße dir, Piri.

  4. dergl sagt:

    Ich verstehe das, was du meinst, glaube ich. Ich kenne das mit dem zu lange Festhalten und dem Gefühl, wenn jemand geht aber den Grund nicht nennt.

    Was Blogs angeht, hatte ich was verschwundene, aber vermisste Blogs angeht fast immer das Glück, dass entweder eine Schließung angekündigt wurde (ich mich also drauf einstellen konnte) oder aber man anders zu einander Kontakt aufgenommen hat oder irgendwer einen vermitteln konnte, sofern das von der nicht mehr bloggenden Person gewünscht war. Aber ich glaube, das ist nicht überall so.

  5. christine b sagt:

    es ist ja schon besorgniserregend, wenn man einem blog folgt, die leute einem ans herz gewachsen sind und man einige tage nichts mehr liest, man würde sich einen satz wünschen: ich bin jetzt mal nicht da, weil….
    sonst denkt man immer, was ist denn passiert und sorgt sich.
    leider ist es auch mir schon passiert, dass jemand verschwunden ist und ich nicht weiß, wie es den menschen geht. einige liebe bloggerinnen sind verstorben, aber da war meist bis fast zum ende kontakt.
    aus meinem leben ist nur eine person völlig verschwunden, das war so anstrengend, dass ich mich abgemeldet habe. schriftlich und erklärend.

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