Behinderung, Gedanken

Vorsicht

Angst ist eine schlimme Krankheit, die außerdem die Tür zu anderen Krankheiten öffnet.

Viele von uns haben heute Angst. Auch ich habe Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor der Arbeitsüberlastung, Angst davor zu wenig Geld zu haben, zu wenig Zeit für mich. Die Kunst ist, heute gelassen zu bleiben, Gottvertrauen zu entwickeln und in aller Ruhe das Richtige zu tun. Doch was ist das Richtige? Wie schaffe ich es mit den Mitarbeitern der Lebenswerkstatt zu sprechen, ohne dass sich eine Partei auf den Schlips getreten fühlt. Sie sind unterbesetzt und zum großen Teil neu, kennen die Menschen nicht richtig und obendrein ist Pandemiezeit. Ich, als Mutter sehe aber, dass einiges im Argen liegt. Nur wird nicht kommuniziert! Der Kerle kommt immer wieder mit voll gespuckter Wäsche heim und erzählt: „Es gab Stress! Ich habe es nicht geschafft! Die Mitarbeiter haben mich in die Küche gestellt!“ Wiebke bringt ihr Frühstück unangetastet wieder heim und das, was ich ins Mitteilungsheft schreibe, wird nicht abgezeichnet!

Mich bedrückt das. Die Junioren sind unausgeglichen und kommen gestresst heim. Ich muss dann versuchen, das was sie in der Werkstatt nicht gegessen und getrunken haben Zuhause in sie hineinzureden …

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...