Kuddelmuddel

Automatisch gespeicherter Entwurf

Einsamkeit ist kein guter Ratgeber! Dabei bin ich gar nicht alleine – jedenfalls physisch nicht! Es sind immer Menschen um mich herum. Nur nicht die, die ich brauche und die mir in dem Moment guttun! Jetzt, zum Beispiel ist niemand da. Doch – meine Kinder sind es! Aber sie sind mir nicht der Gesprächspartner, den ich mir wünsche!

Moment – es geht euch nichts an. Auch ihr könnt mir einen Gesprächspartner nicht ersetzen. Was erwarte ich eigentlich von diesem Weblog?

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Aufzuzeigen wie es ist, als alleinstehende Frau zwei schwermehrfachbeinderte Menschen zu versorgen, geht nicht virtuell. Geht einfach nicht. Entweder sieht es nach jammern aus oder nach herunterspielen und beides trifft es nicht. Mir gehts ja auch nicht immer schlecht. (Eigentlich gehts mir eher gut!) Es ist verdammt schwer realistisch und objektiv aufzuzeigen welche Arbeit ich habe. Nicht nur körperlich, denn das ist ein Bruchteil dessen, was ich leiste. Ich will nicht bemitleidet werden, aber ich möchte auch nicht, dass alles selbstverständlich ist, was ich mache, auch wenn ich es selbst so sehe. Paradox? Mag sein!

Der Tag hat begonnen. Zwei Menschen wollen versorgt werden. Beide werden baden! Beiden werde ich jeden Tropfen zu trinken in den Mund reden, beide werde ich anziehen, sie auf den Rollstuhl setzen, eventuell werden wir spazieren gehen (wenn ich sie motivieren kann), dann werde ich mit Engelszungen reden und dem Kerle einen Snack schmackhaft machen und am Ende des Tages weiß ich, dass nicht viel passiert ist und ich dennoch erschöpft bin. Ich werde traurig sein, dass ich nicht das gelesen habe, was ich möchte. Ich werde aber wissen, dass ich es kognitiv gar nicht konnte, weil mir die geistige Kraft dazu fehlte – und dennoch sehe ich mich nicht als Opfer, auch wenn mein Kuddelmuddelgedankenchaos sehr verworren ist …

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

7 Gedanken zu „Automatisch gespeicherter Entwurf“

  1. Anne sagt:

    Ich verfolge deine Artikel/Texte schon eine Zeitlang – auch wenn du keinen Rat willst und Kritik ablehnst – kannst du gerne löschen.

    Ich rate dir unbedingt, kümmere dich um intensive psychologische Betreuung/Therapie für dich.

    1. piri sagt:

      Ich bin dabei für mich zu sorgen. Doch es ist nicht so einfach, wenn keine Ressourcen frei sind. So möchte ich seit über einen Jahr – eigentlich sind es mehr als zwei – zur Kur/Reha fahren. Diese ist lange genehmigt und dennoch ist kein Platz frei!

    2. piri sagt:

      Kritik lehne ich nicht grundsätzlich ab. Wenn sie konstruktiv ist, dann begrüße ich sie sehr. Nur destruktive zieht mich doch nur noch mehr runter!

  2. isa sagt:

    Du bist als Mutter zweier Kinder mit ständigem Betreuungsbedarf über Jahrzehnte hinweg in dein heutiges Leben, mit allem was passiert ist, hineingewachsen. Das ist womöglich auch dein Dilemma.
    Die Zeit, die dir am Tag bleibt ist nicht nur begrenzt sondern oft auch nicht verlässlich. Da passieren Dinge außerplanmäßig. Damit zieht dir das Familienmanagement viel Kraft ab und durchkreuzt deine Wünsche. Soweit lese ich das aus deinen Schilderungen heraus. – Und ja, du machst es auch gern für die Junioren.
    Deine Einsamkeit, und die Wünsche die du auch noch an dein Leben hast, sind es sicher Wert sie in der Therapie zu bearbeiten. Zumal du damit viel Leidensdruck hast. Eine Kur ist da wenig hilfreich. Da würde auch nur festgestellt werden, dass du kompetente Unterstützung brauchst.

    1. piri sagt:

      Ja, es ist es Wert, dass ich für mich sorge. Nur leider ist es verdammt schwer Hilfe zu bekommen. Nicht, dass ich keine angeboten bekomme – aber die, die ich wirklich brauche, die finde ich nicht und Therapeuten sind rar. Besonders solche, denen ich vertraue und die kompetent sind. Ich gebe nicht auf!
      Wenn es denn nur um die Behinderung der Junioren und die daraus folgende Behinderung unserer Familie ginge, dann wäre es zwar nicht leicht, aber überschaubarer. Ich trage immer noch das Päckchen meiner Ursprungsfamilie mit herum und diese Wunde ist ein großer Hemmschuh – ich bin einfach zu misstrauisch!

      1. isa sagt:

        Ja, es ist nicht leicht mit Hemmschuh – also doch besser eins nach dem anderen, oder? 🙂 Mit zu vielen Wenns und Abers ist es schwierig im Leben voran zu kommen. Da dreht man sich eher im Kreis.

        1. piri sagt:

          bin dran 😉

Kommentare sind geschlossen.