Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

Geschwätz

Manchmal so denke ich, gibt es hier nur noch Altfrauengeschwätz. Corona bedingt, oder woran lieg es? Man kann sich seine Apathie auch schönschreiben. Liegt es am Alter oder an den besonderen Umständen? Sind meine Umstände nicht noch umständlicher als die der anderen? So denken wahrscheinlich viele. Nicht nur ich. Mir geht’s doch gut. Ich vergammele nur ein bisschen. Seit einiger Zeit habe ich keinen Rock mehr angezogen, nur Jeans und Pullover. Wie langweilig! Wenigstens habe ich mir die Haare gefärbt und geschnitten – aber für wen? Wenn ich jetzt sage, für mich allein, dann lüge ich mir was in die Tasche. Jeder möchte gesehen werden. Der Mensch ist ein soziales Wesen und genießt auch Komplimente. Da kann man vom Kerle lernen! Der verteilt sie großzügig – die Komplimente und aller nehmen sie ihm auch gerne ab. Allerdings bekomme ich keine: „Mama, du weißt doch, dass ich dich gerne habe. Das muss ich dir doch nicht immer wieder sagen!“

Warum schreibe ich überhaupt noch Blogbeiträge, wenn es mir zugegebenermaßen schwerfällt? Wahrscheinlich aus Gewohnheit und deswegen, weil es meinen Tag ein bisschen durchbricht.  Da könnte ich auch ein Coronatagebuch führen, wie es inzwischen einige Blogger machen. Aber auch das ödet mich an. Es ist immer dasselbe, beziehungsweise es wird noch ein wenig schlimmer und diese Pandemie endet nie. Dann könnte ich auch über andere schreiben – über meine Nachbarin zum Beispiel. Über das, was sie schon wieder gemacht hat. Nein, ich werde mich schwer hüten über andere zu urteilen. Weder über die alten, noch über die jungen Leute, noch über die Politiker und Krankenschwestern, Ärzte und Müllwerker werde ich mich auslassen. Denn wer bin ich denn, dass ich pauschalieren darf?

So bleibt es dabei, dass ich Alltagsgedöns erzähle, Altfrauengeschwätz halt …

 

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

4 Gedanken zu „Geschwätz“

  1. freiedenkerin sagt:

    Deine Blogposts sind alles andere als Alltags- und Altfrauengedöns!
    Liebe Grüße an dich und deine Junioren.

    1. piri ulbrich sagt:

      Mein Beitrag war auf keinen Fall Fishing for Compliments – war ein ehrlich gemeinter Schnellschuss. Die Grüße nehme ich gerne an und gebe sie ebenso gerne zurück!

  2. isa sagt:

    Geschwätz kann durchaus auch Vorteile haben 🙂

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