Gedanken

immer weiter

Immer weiter geht sie auseinander – die Schere der Gemeinsamkeiten mit den gleichaltrigen Frauen!

Tut mir leid, wenn das jetzt ein Jammerbeitrag wird, aber dies Gefühl ist, wenn auch kein schönes, in mir drin und nagt!

Ich bin neidisch! Das gebe ich offen zu, aber es fällt mir nicht leicht. Ich hätte auch sehr gerne Enkelkinder und ein bisschen so was, wie Normalität. Natürlich weiß ich auch, dass manch andere Frauen in meinem Alter auch keine Enkelkinder haben und ich vermute, meine Schwester hätte ebenfalls gerne welche. Aber im Gegenteil zu anderen Frauen, deren Kinder keine Kinder haben wollen und die ihren Kindern dies vorhalten und übel nehmen könnten, kann ich meinen Kindern keinen Vorwurf machen. Stattdessen habe ich immer noch Kinderbücher aufzuräumen, Geschichten vorzulesen, Essen kleinzumatschen, Windeln zu wechseln und nassgepinkelte Betten zu waschen. Versteht mich nicht falsch – das alles mache ich gerne. Trotzdem oder gerade deswegen geht die Schere immer weiter auseinander. Weil ich, wenn andere Frauen inzwischen mehr Zeit haben, immer noch keine habe und ewig und ewig in der immergleichen Zeitschlaufe hängenbleibe. Das hört sich ein Außenstehender ein paarmal an, aber irgendwann wird es ihm oder ihr zu viel und bei aller Liebe zieht er oder sie sich zurück – eben deswegen, weil nicht viel Neues kommt und das Immergleiche doch manchmal recht eintönig ist.

Enkelkinder sind da etwas Wunderbares. Einerseits wiederholt sich die Geschichte. Andererseits ist es eine komplett neue und als Großeltern kann man den Werdegang eines kleinen Wesens vorbehaltlos genießen. Ich gönne es jedem! Ehrlich! Ich gönne es allen und freue mich auch mit. Nur habe ich manchmal das Gefühl, ich bleibe bei der ganzen Entwicklung auf der Strecke, werde abgehängt wie ein Zugabteil, das aufs Abstellgleis gestellt wird. Einige fahren munter weiter, andere bleiben …

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Ganz schnell dahin geschriebene Kuddelmuddelgedanken! Und bitte, bitte nicht liken!

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

10 Gedanken zu „immer weiter“

  1. Marion Eve sagt:

    Verstehe ich gut!

    1. Katrin sagt:

      Ich like nicht, aber ich versteh dich. Und diese Gedanken dürfen auch laut gedacht werden. Du bist in einer ganz besonderen Situation, für die sicher viele kein Verstehen aufbringen können, einfach weil sie da nicht drin stecken. Dein Vergleich mit dem Zug, der gefällt mir. Vielleicht kannst du doch versuchen ein bisschen mitzufahren? Andere Reisende lassen dich teilhaben an ihren Geschichten und du sie an deinen. Und dann kann man gemeinsam ein bisschen fühlen wie es ist, fur den einen oder anderen? Liebe Grüße. Katrin

      1. piri ulbrich sagt:

        Vielleicht nicht mitfahren! Reinschauen in andere Abteile, wenn sie nicht zu schnell sind und davonbrausen. Mitfahren nur Stationsweise und dann fährt der andere Zug wieder weiter. Meiner ist ein Bummelzug und der muss oft gewartet werden, und ihm werden Steine, manchmal Felsbrocken in den Weg gelegt oder Sand ins Getriebe gestreut – mehr, als bei anderen. So kommt es mir jedenfalls vor!

        Ach, ich finde die Metapher mit dem Zug doch nicht so gelungen. Wichtig finde ich sicher, dass wir alle voneinander wissen sollten und andere an unserem Leben teilhaben lassen sollen. Aber die Teilhabe der behinderten Menschen ist manchmal nur aufs zugucken beschränkt.

        1. Katrin sagt:

          Und deshalb finde ich deinen Blog gut und wichtig. Und sag dir mal danke für dein uns teilhabenlassen. Liebe Grüße Katrin

        2. piri ulbrich sagt:

          Dieser Kommentar von dir freut mich sehr. Gut‘s Nächtle!

    2. piri ulbrich sagt:

      Dankeschön Marion Eve!

  2. christine b sagt:

    das ist schon sehr traurig, dass du keine enkelchen haben kannst und dass es dir nicht vergönnt ist.
    vielleicht kommt einmal ein „ersatzenkelchen“ irgendwie in dein leben.
    oft sind alleinstehende mamas sehr froh, wenn sie einen platz haben, wo das kind sein darf, bevor es alleine zuhause sein müßte, weil die mama weg muß. sozusagen „stiefoma“- das geht oft sehr gut und beide seiten haben eine freude damit.

    1. piri ulbrich sagt:

      Es geht nicht um die Enkelkinder als Person – mir geht‘s jedenfalls nicht darum. Ich möchte keiner Ersatzoma sein. Es geht darum, dass ich die Option nicht habe, Enkelkinder zu bekommen, dass meine eigenen Kinder keine Kinder kriegen können. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt verständlich ausgedrückt habe!?

  3. Reni E. sagt:

    Ich habe jetzt doch gelikt. Einfach weil ich dich verstehen kann. Ich habe auch keine Enkelkinder. Kinder auch nicht.

    1. piri ulbrich sagt:

      Geht bei dir auch der Kontakt zu gleichaltrigen verloren, weil sie so ganz andere Interessen haben (können)? Ich habe nicht die Zeit der „alten Damen“!

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