Behinderung, Gedanken

nix los | gar nix

Menno, was ist bloß los? Corona schafft mich! Schafft uns alle! Bringt mich zum Wahnsinn. Bringt mich aber nicht dazu, mich aufzuraffen und mal wieder den Pinsel in die Hand zu nehmen. Die Schere, die ich für die Scherenschnitte brauche, ist irgendwo – nur wo? Aber das schöne Papier ist eh verbraucht. Haben die Junioren bemalt und mit ihren Scheren klein geschnippelt. 

Schnee gibts hier keinen, nur Matsch und Regen. Obstsalat mag ich keinen mehr essen, den hatten wir jetzt drei Tage hintereinander. Ebenso Hefeschnecken, in verschiedenen Variationen: süß mit Zimt, als Pizzaschnecken, mit Marzipan und mit Marmelade. “Marmelade ist nix!”, sagt Carsten. “Viel zu süß!”, sagt Wiebke. Ich mag sowieso keine Marmelade, aber was tut man nicht alles, um anderen Leuten zu gefallen?

Mich kotzt dieses Nixtun an. Noch dazu huste ich mir wieder […] ach, ihr wisst schon! In der Werkstatt ist auch nix los. Keine Arbeit, keine Beschäftigung, keine Logopädie und ganz wenig Physiotherapie. Wenn ich den Kerle frage, warum er so schief auf dem Rolli sitzt, sagt er: “Es ist nix!” Ob er Schmerzen hat? “Nö”, sagt er und nach der Schmerztablette rückt er damit raus, dass es ihm fast den Rücken zerrissen hätte. Das Töchting ist gestern freiwillig – und das will was heißen – zwei Stunden im Bett gelegen und hat Mittagsschlaf gemacht. Dafür hat sie nachts noch gesungen!

Es wird Zeit, dass wir außer nix mal wieder was anderen tun können und nicht nur backen, basteln etc. pp.

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...