Behinderung, Familie, Gedanken

Ja

Ja  zum Leben sagen, trotz oder wegen  so vielem. Heute Morgen hatte ich ein gutes Telefongespräch – ja, auch ich telefoniere, wenn auch nicht leidenschaftlich, so doch manchmal etwas länger. Eine Mutter, die ich in natura gar nicht kenne, die einen kleinwüchsigen Sohn hat, der eine ähnliche Behinderung wie meine Junioren hat – ich hoffe sehr, es stimmt auch, weil ich die genaue Diagnose von P. nicht weiß – diese Mutter hat fast dieselben Probleme wie ich. Auch sie ist verdammt einsam und mit all ihren Sorgen allein. Ihr Sohn hat allerdings eine viel bessere Schmerzversorgung als Carsten & Wiebke. In den letzten Tagen ist mir klargeworden, dass wir hier in einem Gebiet wohnen, wo es keine vernünftige Schmerzambulanz gibt. Jedenfalls ist mir keine bekannt und auch unser Hausarzt steht auf dem Schlauch…

Heute hat Wiebke wieder heftig geweint: „Mein Rücken bricht!“ Und Carsten wollte gar nicht auf den Rollstuhl. Lernen kann ich von ihnen! Ja zu sagen. Trotz Schmerzen, weil sie das Leben lieben! Und da kommt die neue Mutter ins Spiel. Ihr Sohn ist Schmerzpatient bei einem Palliativmediziner. Zu dem Arzt kann ich mit den Junioren leider nicht, aber einen Termin in seinem Team wird es für uns geben. Heute Morgen habe ich telefoniert, auch mit der Sekretärin dieser Praxis. Die Anamnesebögen habe ich gerade ausgedruckt…

Es wäre doch gelacht, wenn ich dieses Ja nicht schaffe! Zum Wohle der Junioren und schlussendlich auch zu meinem.

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

9 Gedanken zu „Ja“

  1. Myriade sagt:

    Gratuliere zu deinem Schwung. Ich finde es toll, dass du immer wieder einen neuen Anlauf machst um etwas zu verbessern.

    1. piri ulbrich sagt:

      Wenn ich etwas kann, dann für die Junioren kämpfen.

      1. Myriade sagt:

        Ja, das ist wohl so.

  2. freiedenkerin sagt:

    Der Termin bei dem Palliativmediziner ist doch ein richtig schöner und hoffnungsvoller Lichtblick. Ich drücke euch ganz, ganz fest die Daumen, dass er gut wird helfen können.

  3. Grinsekatz sagt:

    Das sollte mich sehr freuen, wenn deinen Kindern geholfen werden kann, liebe Petra.

    Sei herzlich gegrüßt, Reiner

    1. piri ulbrich sagt:

      Frage: Warum sollte es dich freuen? Tut es das nicht? Mag sein, dass das eine Rückfrage einer Autistin ist, aber das konnte ich mir nicht verkneifen.

      1. Grinsekatz sagt:

        Weil deinen Kindern derzeit eben noch nicht geholfen ist.
        Zukunft eben, keine Gegenwart.

        Antwort eines Pedanten 😉

  4. Paula sagt:

    Gut gemacht, viel Erfolg weiterhin!

Kommentare sind geschlossen.