Gedicht

Ostern

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt
Und der Osterhase hinten auch schon presst,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, —
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draussen schwelgen mit berauschten Händen —
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Ausserdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe, frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen.

Joachim Ringelnatz

Veröffentlicht von piri

Ich danke fürs lesen. Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank! ✨ Ab sofort sind manche Kommentare geschlossen. Wer mag, darf mir gerne eine E-Mail schreiben.

3 Gedanken zu „Ostern“

  1. Wechselweib sagt:

    :yahoo:
    Frohe Ostern! Mache dir einen schönen Tag mit deinen Kindern!
    Meine sind dieses Ostern beim Papa, ein komisches Gefühl…

  2. Dario schrittWeise sagt:

    Frohe Ostern Liebe Grüße, Dario

  3. gerda kazakou sagt:

    Frohe Ostern und dankbares Lächeln wie Ringelnatz!

Kommentare sind geschlossen.