Sonntagsübung

Stürmisch war es heute Nacht – draußen ums Haus herum, die Vögel hatten am Abend ihre helle Freude im Wind zu fliegen. Meine gelben Bänder an der Fahnenstange flatterten und sehen nun sehr zerrupf aus. 

In mir tobte auch ein uralter Wind – fast heftiger, als vor der Tür. Gleich werde ich ihn verstecken gehen – den innerlichen Twist. Am liebsten täte ich ihn begraben.  So weit bin ich noch nicht! Es reicht hoffentlich schon den Gedanken auf andere Menschen zu lenken, dem Nachbarn zum Beispiel, der die Wohnung seiner Mutter aufräumt. Ihm wünsche ich glückliche Erinnerungen, mein Lächeln, das gestern noch sehr gequält war, hat er schon bekommen. 

Sonntagmorgen um halb sieben in der Frühe – ich werde es mir bewahren und jedem schenken, der mir entgegen kommt.


(M)eine Nachricht heute morgen im Spiegel; Chuck Berry ist tot.

Auch so jemand, den manche aus meinem Umfeld nicht mochten. Da war eher Chris Roberts oder keine Ahnung gefragt – es wird Zeit, dass ich sie ziehen lasse. Die Lebenden und die Toten…

Veröffentlicht von

petra ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen.

Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die – ähm, wie heißt sie noch – die Dings, die… ömpf… die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

ich freu mich über Kommentare