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nachgefragt – rübergeholt

Im Blättle ist ein Beitrag mit Carsten erschienen…

über nachgefragt — Carsten und Wiebke

…ansonsten sag ich nix!

Dankbar – wieder nur Fragmentarisches

Nein, ich werde jetzt hier nichts esoterisches schwafeln, ich werde auch nicht darüber schreiben, wie dankbar ich doch bin, dass mich vor Jahren das große Glück ereilte, Carsten und Wiebke geboren zu haben. Ich werde auch nicht darüber schreiben, wie toll es ist, den Helfern gerecht zu werden. Und ich werde nicht berichten, was für eine wunderbare Herausforderung es ist, den wunderbaren Menschen, die Carsten und Wiebke schieben, zu vermitteln, dass diese keine Kleinkinder im Kinderwagen sind und am Leben teilhaben wollen.

Ich muss doch dankbar sein, dass überhaupt jemand da ist, der sich zutraut einen Rollstuhl vor sich her zu schieben – als Rollator sozusagen. Es versetzt mir einen Stich, wenn potentielle Helfer mit anderen Menschen quatschend zusammenstehen und Carstens Rollstuhl wird standhaft festgehalten, dass er ja nicht abhauen kann, sich aber auch nicht zu der Gesellschaft hinwenden kann, weil er im Rücken des Redners abgestellt wurde. Es kotzt mich an! Mich kotzt das an – Carsten tut es wortwörtlich. Mehr denn je!

Wundervoll ist auch, wenn über dem Kopf des Kerles über ihn gesprochen wird – und das nicht nur von älteren Menschen – wenn Carsten sich in das Gespräch einmischen möchte, wird er geflissentlich überhört, weil man ja die eigentümliche Sprache nicht versteht. Nachfragen gelten nicht, da fragen sie lieber mich oder andere, die es möglicherweise auch nicht verstanden haben. Aber ich sollte dankbar sein, dass überhaupt jemand da ist!

Ein wirklich sehr schöner Nachmittag mit zwei unkomplizierten Studentinnen, es sind Schwestern, strengt auch an – nicht nur Carsten, auch Wiebke und besonders mich. Ich stehe immer unter Strom – gestern zwar nicht offensichtlich, aber heute spüre ich die Anstrengung doch sehr. Der Samstag war wunderschön mit den Eindrücken an Kunsthandwerk, Schmuck und schönen Dingen. Es hat sehr viel Spaß gemacht und die Junioren haben sich wohlgefühlt. Die Mädels waren klasse und eine Wohltat.

Ich war dankbar! War ich das wirklich? Was ist überhaupt Dankbarkeit?
Wikipedia schreibt: Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Man kann dem Göttlichen, den Menschen oder sogar dem Sein gegenüber dankbar sein, oder allen zugleich.[1] Geschichtlich gesehen stand und steht die Erfahrung der Dankbarkeit im Blickpunkt einiger Weltreligionen.[2] Sie wurde intensiv diskutiert von Moralphilosophen wie etwa Adam Smith in seiner Theorie der ethischen Gefühle (1759). Das systematische Studium der Dankbarkeit begann innerhalb der Psychologie erst um das Jahr 2000, vielleicht weil sich die Psychologie traditionell eher mit dem Verständnis negativer als mit dem positiver Emotionen befasst. Aber seit der Entstehung der positiven Psychologie[3] befindet sich Dankbarkeit im Mainstream psychologischer Forschung.[4]

Ja, ich bin dankbar und ich freue mich, dass ich Helfer habe und ich weiß auch, dass Helfer nichts so machen, wie ich es mache, das kann niemand, auch wenn er oder sie sich noch so anstrengt. Ich mache nicht alles richtig, ich mache nicht alles falsch – aber eins habe ich verinnerlicht, meine Kinder sind eigenständige Menschen und ihnen sollte Respekt gezollt werden. Jedem Menschen sollte das zuteil sein. Egal wie alt oder jung!

Ich kann nicht dankbar sein, wenn jemand uns begleitet und sagt, dass er gehen will und erwartet, dass wir mitgehen, weil wir das Auto haben und kein Bus zu der Zeit fährt. – Die Junioren wären gerne noch geblieben, aber sie wurden aus dem Raum geschoben…
Hätte ich protestiert, hätte ich bitterböse Blicke, ja Worte bekommen. Ich solle doch dankbar sein, dass sie überhaupt dabei war. – Gemacht hat sie allerdings nichts; sie war nur dabei.

Heute waren wir im Gottesdienst – eine Zeit der Erholung für alle, wir fühlen uns geborgen. Beim anschließenden Mittagessen im Gemeindehaus waren wir wieder – besonders ich – unter Strom. Carsten isst nichts und nichts heißt wirklich nichts. Viele reden auf ihn ein und auf mich – haben wohlmeinende liebevolle Ratschläge und meinen es wirklich gut. Bringen Essen und Leckereien an – Carsten isst nichts, ich esse dann auf. Aus Dankbarkeit – ist das Dankbarkeit, wenn ich es vertilge, damit die Menschen sehen, es ist weg?

Ich bin erschöpft – wahrscheinlich sogar hochgradig depressiv und habe nach außen die strahlende Maske auf. Nur so langsam hilft auch die beste Schminke nichts mehr; meine Augenringe sind pompös…

Zustandsbeschreibung

ein Wort; fängt mit m an, hört mit e auf und dazwischen ist irgendwo ein ü!

Ich will nicht!

In der Nacht auf Sonntag wird wieder auf die Sommerzeit umgestellt. Wir müssen dafür die Uhren eine Stunde vorstellen.

Der Sinn der Sommerzeit war  ursprünglich, die langen, hellen Sommerabende besser auszunutzen und so Strom zu sparen. Ob das tatsächlich etwas bringt, ist allerdings umstritten.

Mich nervt das nur – ich habe morgen nur nervende Junioren und selber einen Jetlag. Ich kenne niemanden, dem die Sommerzeit behagt. Ich bin dafür die Sommerzeit abzuschaffen. Hier geht’s zur Petition von Campact!

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